Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 122 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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verlangen konnte, daß sie sofort auszögen, doch durfte sie in diesem Fall niemand anderen ins Haus nehmen. Von einem dritten Vormund Saras Baruch Läser Frankfurter war schon die Rede. In der Tat bezahlte Sari bei ihrer Vermählung mit Israel Oppenheim e r die 800 fl. und kam so wieder in den vollen Besitz ihres Hauses; was mit Nr. 9 inzwischen geschah, ist aus dem Grundbuch nicht sicher zu entnehmen. Es wird wohl mit Nr. 10 zusammen ver- und wieder gekauft worden sein. Sara starb früh, am 4. August 1747 war sie nicht mehr am Leben und ihr Witwer, der den Vertrag des Jahres 1743 mitgefertigt hatte, wurde ihr Erbe iure successionis u. zw. „uxorio nomine". Neben Joachim Fanto oder Mandl findet sich seit 1694 und bis 1742 wiederholt Löbl Mandl, also ungefähr gleich alt mit jenem. Dazwischen kommt ein einzigesmal Löbl Fanto, nämlich 1723 als Judenrichter, aber nirgends als Hausbesitzer vor, was unmöglich wäre. Da er nach den Angaben des Grundbuchs gleichfalls recht wohlhabend war, halte ich ihn für identisch mit Löbl Fanto und den für Joachims Bruder. Er unterschrieb am 1. September 1738 als erster von 9 Gemeindemitgliedern den sog. Tabakkontrakt mit der Gutsherrin Maria Antonia Herzan, wobei er sich (deutsch) Jehuda Löb Fanto nennt. Er kaufte 1694 um 600 fl. Nr. 22 von Adam Österreicher mit Wissen von dessen Sohn Isak Aronis. Es war „von guten Gezeig" und mit Schindeln gedeckt. Den Hof behielt sich Österreicher vor, um dort ein neues Haus zu bauen. Der Käufer bedingte sich aus, jener solle „ihn nicht turbieren", und versprach, kein Fenster und keine Tür in den Hof durchzubrechen. 1711 kaufte auch den Neubau Löbl Mandl um 305 fl. 32 kr. 1703 hatte er die Hälfte von Nr. 25 für 50 fl. gekauft (doch kann dies auch ein anderer gleichnamiger Mann gewesen sein?) und überließ es 1714 seinem Sohn Mandl Löbl. Auch die Erwerbung der Hälfte von Nr. 23 für 120 fl. (1715) von Belle, der Witwe Aron Löws (übrigens nur ein Scheinkauf, denn am selben Tag noch überließ der Käufer seinen Neuerwerb für denselben Betrag, den er bezahlt hatte, an Isak Jumme Kayßer, den Besitzer der anderen Haushälfte), könnte einem Namensbruder Löbl Mandls zuzuschreiben sein; mir kommen beide zuletzt erwähnten Geschäfte als für den reichen Judenrichter zu geringfügig vor. 1740 war auch Löbl Mandl mit Mayer Politzer, Susanna Mayerin, Frankfurter, 122