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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 120

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 120 (sequence 56)
Language
German
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einer der größten Ziegeleien des Staates erweiterte. Die Erben der umfassenden Unternehmungen, die sie noch fortwährend vergrößerten, waren die Söhne Adolfs Fritz und Josef und Igna z',deren ältester Karl hieß. Fritz Redlich, Ehrendoktor der Wiener Hochschule für Bodenkultur, war Leiter der Gödinger Betriebe,, langjähriger Gemeindevertreter von Göding und von 1913 bis 1918 Bürgermeister der Stadt. Das hätte sich doch wahrlich, etwa als man den Urgroßvater zur Flucht aus der Stadt zwrang, kein Mitglied der Gödinger Judenstadt auch nur im Traume einfallen lassen, daß in wenig mehr als 100 Jahren oder in 3 Generationen einer der Ihrigen und noch dazu, ohne bis dorthin seiner Religion zu änderte,, die höchste Würde erreichen würde, die die Bürger zu vergeben haben. Redlich war auch Kammerrat, Kommerzialrat, Verwaltungsrat der Nordwestbahn und Ritter des Franz-Josefsordens, vor allem aber ein Wohltäter großen Stils und fast über seine Kräfte, dabei von seiner Gemahlin Emma, einer Tochter des Verwaltungsrates Theodor Ritter von Taussig, Präsidenten der Staatseisenbahngesellschaft und Generaldirektors der Bodenkreditanstalt, als eine von ganz wenigen Bürgerlichen Besitzerin des Elisabethordens, in verständnisvollster Weise unterstützt. Sein Sohn Dr. Adolf Redlich wirikt in Wien, die Firma ist bereits längst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Friedrich Redlichs Bruder Josef ist Dr. jur. und Universitätsprofessor, wirkt teils in Wien und jedes Jahr Monate lang in Nordamerika, war Landtags¬ und Reichsratsabgeordneter des Gödinger Wahlbezirkes, der letzte gesamtösterreichische Finanzminister, auf den man auch seither wieder in schwierigen Zeiten griff, ein Gelehrter von Weltruf. Ei wurde am 18. Juni 1869 geboren, ist zum zweitenmal vermählt und besitzt einen Sohn erster Ehe. Karl Redlich, der Sohn Ignaz' und der Marie Mondschein aus Gaya, geboren am 20. Jänner 1860, leitet? das Wiener Haus, war Oberbaurat und wurde in den Adelsstand erhoben. Auch diese Linie blüht noch in Wien. § 7. Von solchen Familien, welche heute in anderen Orten seßhaft geworden sind, dürften mit einiger Sicherheit die Bojanowitzer Familie Gerber aus Alt-Göding abzuleiten sein, ferner die Holitscher Familien L ö b 1 und F a n t o. Doch getraue ich mir über die Verwandtschaftsverhältnisse der Löbl wegen des ungemein häufigen 120

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