Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 119 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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angeführte nur auf Annahmen, wenn auch auf gut begründeten beruht, muß ich zuletzt doch auch noch darauf hinweisen, daß der bei den Redlichs vorkommende Name Lazar auch noch auf die alte Gödinger Ledererfamilie Lazarus führen könnte und daß Wolf Hersehl, der 1770 als letzter Gödinger Richter genannt wird, auch der jüngere Sohn des Hersehl Moses gewesen sein kann und dann von Abraham Slawkowsky abgestammt wäre, dem Erbauer des Hauses Nr. 4, heute Schloßplatz 9, Konskr.-Nr. 32 (das Steueramt). In der neuen Gödinger Judengemeinde findet sich der Familiant Lazar Redlich; er spendete der 5. Eintragung im Maskirbuch zufolge eine silberne Hand für den Tempel. Die Notiz besagt: Eleasar Daub, Sohn des Nathan, und seine Tochter, die Jungfrau Esther, Tochter des Nathan, und der Sohn des Eleasar, Nathan, spenden die Hand und der Bruder der Esther, Izcha Jehuda, einen silbernen Schild. Mein Gewährsmann, Herr Religionslehrer M. Ullmann, vermutete im Buch einen Schreibfehler und wollte statt „Tochter" lesen „Schwester". Es kann zwar auch richtig sein und Izcha und Esther wären die Enkelkinder Lazar Redlichs, aber da stimmt die Zeit der Eintragung nicht recht, die schon etwa 1820 erfolgt sein muß. Lazar muß hochbetagt gestorben sein. Die Stelle erhielt sein Sohn N a th a n (Jakob), geb. 14. März 1803, welcher am 1. Jänner 1832 eine Tochter Israel Körners, die am 15. Mai 1798 geborene Rosa- 1 i a, heiratete; er war Likörhändler und Mühlenpächter, dann Mühlenbesitzer und legte hauptsächlich den Grund zu dem nachmals so bedeutenden Vermögen des Hauses, das dann noch durch die Unternehmungslust und Intelligenz seiner Söhne ungemein vermehrt wurde. Von ihnen wurde der ältere Adolf am 16. Jänner 1839 geboren: seine Frau war Rosa Fanto aus Holitsch; der jüngere Sohn hieß I g n a z. Beide zusammen mit ihrem Schwager B e r g e r kauften die alte Gödinger Zuckerfabrik des Baron Stummer, legten daneben noch eine neue hochmoderne Fabrik gleicher Art an, gründeten die Bauunternehmung Brüder Redlich & Berger in Wien, die sich an der Herstellung des Arlbergtunnels, an der Wiener Donauregulierung und an dem Bau zahlreicher Linien der k. k. Staatsbahnen hervorragend beteiligte, und pachteten von der Gemeinde Göding ein kleines Ziegelwerk, welches die Firma schließlich ankaufte und zu 119