Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 114 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Frankisten aus aller Welt nach Offenbach zu locken, um ihnen hier ihr Geld abzunehmen. In verschiedenen Städten Österreichs und Polens lebten ganze Gruppen dieser Gläubigen, die mit Offenbach in enger Verbindung standen, in Prag waren eben die Brüder Aron Beer und Jonas Wehle, Gabriel Porges, Noa Kassowitz und Salomo Zerkowitz Führer der Frankisten-Gemeinde(?), sie ließen ihre Kinder in die Lehren dieser Sekte einweihen, sandten dieselben nach Offenbach und fuhren oftmals selber mit reichen Gaben hin. Es ist hier nicht der Ort, den hochinteressanten Bericht Moses Porges zu wiederholen, so viel sei nur bemerkt, daß eben er einer derjenigen war, die nach Offenbach geschickt wurden, und dem wir die Einzelheiten über die Familie Wehle, oder wie er sie nennt: Wehli, verdanken. Moses Porges war ein armer Teufel, er hatte daher viele Schwierigkeiten zu bekämpfen, bis er nach Offenbach kam, um hier in die Leibgarde der „Herren" eingeteilt zu werden. Er wurde zum persönlichen Dienst der „Herrschaft" zugewiesen und fand — wie er zaghaft berichtet — viel Gunst bei der bereits stark alternden Ewa. Bald entdeckte er aber den Schwindel, der in Offenbach getrieben wurde und floh mit seinem jüngeren Bruder und einem Freund nach Frankfurt, um von hier aus den langen Leidensweg nach Prag anzutreten. Nun hören wir, was er über die Wehlis berichtet: „Sommer 1798 kamen nach Offenbach die drei Brüder Wehli, die Söhne von Jonas Wehli und mit ihnen mein jüngerer Bruder Juda-Leopold. Die Brüder Wehli waren gut erzogene und gebildete junge Leute und hießen Abraham, Joseph und Akiba; hier wurden sie: Joseph, Ludwig und Max benannt, mein jüngerer Bruder hat hier den Namen Karl (der Jüngere) erhalten. Er war kein selbständiger Charakter und hat den Auftrag erhalten die Friseurkunst zu lernen." „Im Herbst desselben Jahres kam hieher mein lieber Vater in der Gesellschaft der Herren Jonas und Ahron Beer Wehli. Ich war außer mir vor Freude, als ich meinen Vater erblickte. Die.,drei ehrenhaften, gebildeten Herren wurden hier sehr feierlich von allen Maaminim (Gläubigen) empfangen und am Vormittag des zweiten Tages der hohen Herrschaft vorgestellt. Die Herrschaften legten Geschenke zu Füßen der G w u r a (Dame — Ewa) hin, 114