Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 113 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur Geschichte der Familie Wehle in Prag. Von Professor Dr. Majer Balaban, Warszawa. Im „Jüdischen Archiv", welches seiner Zeit von Leopold Moses, Wien, herausgegeben wurde (Jg II, 1929), finden wir als Beilage den Stammbaum der Familie Wehle, nach einer Skizze von Theodor Wehle, New-York, bearbeitet und dargestellt. Als Stammvater dieser Familie wird dortselbst Mendel Wehle (geb. 1700) angegeben, dessen Sohn Hersch Wehle im J. 1796 gestorben ist. Dieser Hersch hatte mehrere Kinder, von denen für uns zwei Söhne: Ahron Beer W. (1750—1825) und Jonah Wehle (geb. 1752), in Betracht kommen. Der Verfasser des Stammbaumes gibt über die beiden Brüder, ähnlich wie über die anderen Mitglieder dieser Familie, gar keine Einzelheiten an, wir erfahren nur, daß Jonasens zwei Söhne: Jiseph und Max, wie auch eine Tochter Louise, „aus unbekannten Gründen sich taufen Messen, und den Namen Klarenberg angenommen haben". Die Gründe, die dem Verfasser unbekannt waren, werden für uns, im Lichte der M e m o ire n des Moses Porges, welche letztens in den Historischen Schriften des Jüdisch Wissenschaftlichen Instituts in Wilno (Warschau 1929, S. 254-295) herausgegeben und von Dr. N. M. Gelber eingeleitet wurden, ganz klar. Moses Porges Memoiren werden mehrmals in der Literatur zitiert (Stein im Vereinsbuch der A c h w a h 1866, Leipzig S. 154-60, G rä tz: Frank und Frankisten tec), stets aber namenlos oder nur mit den Anfangsbuchstaben des Verfassers — P von P, was Porges von Portheim heißen soll. Wie Gelber richtig bemerkt, wollten die Herren Stein und Grätz, den Namen des Verfassers, der in ihrer Zeit eine große Rolle spielte, nicht verraten, besonders da es sich um eine Ketzergeschichte handelte. Moses Porges wurde in seiner Jugend (1798) von seinem Vater Gabriel Porges nach Offenbach geschickt, wo der frankistische Hof noch in seinem vollen Glänze bestand. Zwar hat schon Jakob Frank selber im J. 1791 das Zeitliche gesegnet, aber seine zwei Söhne und besonders seine Tochter Ewa hielten Staat und wußten gläubige 113