Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 112 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2416673-2416686-2416688--0793-2417515- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
denburg wohnenden Juden wurden totgeschlagen." Diesem Berichte werden dann noch andere Berichte angegliedert, aus welchen man sich natürlich Wirkung auf die Gegenwart verspricht. Wie sich der Forscher zu derartigen Berichten zu stellen hat, braucht doch wohl nicht weiter gesagt zu werden. —88 Vancsa Max, Geschichte Niederu. Oberösterreichs, Stuttgart- Gotha 1927 (in „Deutsche Landesgeschichte", hrsg. v. Armin Tille, 6. Werk), II 105. Muchar, a. a. O. allerdings bezweifelt, daß diese Hungersnot auch auf die Steiermark hinübergegriffen hätte (und auch Popelka hat in persönlicher Aussprache mit mir der Meinung Ausdruck gegeben, daß eine in Niederösterreich ausgebrochene Hungersnot durchaus nicht auch eine solche in der Steiermark zur Folge haben mußte, wie dies Popelka an Hungersnöten aus anderen Jahren restlos nachzuweisen in der Lage ist. Nur daß dadurch eine gewisse, aber nicht allzu große Preissteigerung zuweilen eingetreten sei). Das ist möglich; aber kaum zu glauben ist, daß Pest und Plagen an den Grenzen der Steiermark Halt gemacht haben. — 89 Vancsa, a. a. 0., II. 105 meint richtig, man suchte eben nach Schuldigen wegen der Elementarkatastrophen. 40 Graetz H., Geschichte der Juden, Lpz. 1894, VII 280 ff. u. Heman F., Geschichte des jüdischen Volkes, Calw u. Stuttgart, 1908, S. 339. — 41 Die gewöhnliche Annahme, die Verfolgung in Laa, die ja wegen einer angeblichen Hostienschändung erfolgt sei, im Jahre 1294 stattgefunden hätte, ist gewiß irrig, weil uns vor dem Jahre 1298 Beschuldigungen wegen Hostienschändungen nicht bekannt sind. Vgl. Encyclopaedia judaica, Berlin o. J., II 982, s. v. Hostienschändung. Allerdings, da man schon frühzeitig, etwa im 11. Jahrh., von der geweihten Hostie allgemein glaubte, daß sie eine Zauberkraft von unvergleichlicher Starke besitze, sind die Geschichten zahlreich von Züchtigungen solcher, welche einen sakrilegischen Gebrauch davon machten, vgl. Lea, Henry Charles, Geschichte der Inquisition im Mittelalter, hrsg. v. Hannsen Joseph, Bonn 1905, I 53 f., namentlich aber das so schön geschriebene 2. Kap. über die Häresie, S. 61 ff. Trotzdem aber scheint eine Verfolgung von Juden wegen Hostienschändung nicht vor dem Ende des 13. Jahrh. auf, wie wir dies bereits erwähnt haben. — 42 Hier dürfte die Jahreszahl 1298, die man zuweilen angenommen hat, eine irrige sein. — 43 Schwarz Ignatz, Geschichte der Juden in Wien (in der v. Anton Mayer redigierten „Geschichte der Stadt Wien"), Wien 1914, V 20. — 44 Zünz, Die synagogale Poesie des Mittelalters, Berlin 1855, S. 35. (Fortsetzung folgt.) 112