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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 92

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 92 (sequence 28)
Language
German
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mark) im „Judenpuech" erhalten geblieben, das die Forderungen mehrerer Juden an Untertanen des Stiftes aus dem Jahre 1489 enthält. Dieses „Judenpuech" ist auch insofern von großem Interesse, als es die Namen von mehr als zwanzig steiermärkischen Juden, von denen mehrere in Voitsberg ansässig waren, überliefert, die sonst wohl in keiner Quelle vorkommen dürften. In ganz anderer Weise als im Mittelalter kamen dagegen vom 17. Jahrhundert an die Zisterzienser mit Juden in Berührung. Da treten entsprechend der großen Umwälzung im Geistes- und Wirtschaftsleben, die die Neuzeit brachte, nicht mehr die Juden in der Rolle des Geldgebers, die Mönche aber auch nicht mehr als die Repräsentanten einer alleinherrschennden Kirche auf. Die Heiligenkreuzer, um die es sich hier handelt, sind den Juden gegenüber nur mehr Herrschaftsbesitzer wie alle anderen und man muß gestehen, daß sie nicht einmal schlechtere sind, als alle anderen. Es scheint oft, als wäre es ihnen sympathischer gewesen, wenn die auf ihren Gütern angesiedelten Juden auch von anderer Seite ungeschoren geblieben wären. So finden wir zunächst in Mönchhof Juden, die sich dort wahrscheinlich während der hundert Jahre, die dieses Gut infolge der Türkeninvasion den Heiligenkreuzern entzogen und als kaiserliches Gestüt in Verwendung gestanden war, angesiedelt hatten. Möglicherweise waren es aber auch Juden gewesen, die nach ihrer Vertreibung aus Wien und Niederösterreich (1670/1) in Mönchhof Zuflucht gesucht und in einem auch jetzt noch als das „Judenhaus" bezeichneten weitläufigen Gebäude gefunden hatten. Die ausgebreitete Schafzucht des Klostergutes dürfte den Juden dort Gelegenheit zum Handel mit Wolle geboten haben und es geht aus einem Dokument ferner auch hervor, daß es in Mönchhof einen jüdischen Branntweinbrenner und sogar einen Rabbiner gab. Einzelheiten dieser Art verrät ein im Stiftsarchiv zu Heiligenkreuz befindliches Schreiben vom 12. Jänner 1678, mit dem P. Ferdinand Ballez, der Verwalter von Mönchhof, dem ihm vorgesetzten P. Maurus, Verwalter zu Königshof, von einem Überfall berichtet, den, 150 Husaren auf den Hof, in dem die Juden wohnten, vollführt hätten. Der Verwalter schildert diesen Überfall, bei dem er selbst fast erschlagen worden wäre, in den lebhaftesten Farben und bittet um Verständigung des Abtes von Heiligenkreuz. Auch dieser Bericht an 92

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