Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 2 (Februar 1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 93 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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den Abt liegt vor und ebenso eine Eingabe der „untertänigsten jüdischen Gemein zu Mönchhof". Abt Clemend schrieb in dieser Angelegenheit an den Hofkriegsrat und richtete eine Informatio ad Generalem Montecuculi mit der Bitte um Ausforschung u. Bestrafung der Täter, die aus Michaly in der Raabau gekommen waren. Gleichzeitig aber schaffte der Abt die Juden von Mönchhof ab und verbot ihre fernere Niederlassung im Orte. Und auf eine Bittschrift der Juden an den Abt vom 3. Juli 1678 u. eine andere durch Vermittlung des Erzbischofs von Gran an ihn gerichtete Bitte der „gesambten Juden in Dero Markt Mönchhoffen" reagierte Abt Clemens schließlich nur mehr durch den eigenhändigen Vermerk: „Unangesehen dieser und anderer Intercessionen mehr sind zur Verhütung vieler Ungelegenheiten alle Juden von mir von Mönchhoffen abgeschafft worden auch zu Michaeli Ao. 1678 alle abgezogen.'7 Wer den Schaden hat, muß für den Spott nicht erst sorgen und so hatten auch die Juden von Mönchhof, von denen nach der Plünderung nur mehr sieben Familien übrig geblieben waren, noch „zur Verhütung vieler Ungelegenheiten" (für ihre Schutzherren) den Wanderstab ergreifen müssen. Wesentlich günstiger allerdings stand es um die Juden, die nach der Vertreibung der Juden aus Niederösterreich bis zum Jahre 1709 in dem dem Stifte Heiligenkreuz untertänigen Orte Trumau (bei Baden) gewohnt hatten. Die Verbundenheit der Juden mit dem Lande war eben stärker gewesen als alle Ausweisungsbefehle und es war auch keine Plünderung, die dann, im Jahre 1709 den Anstoß zur endlichen Vertreibung der Juden auch aus diesem Orte geben sollte, sondern bloßer Konkurrenzneid der Kaufleute von Baden, die sich bei Kaiser Josef 1. darüber beschwerten, daß sich in der Herrschaft Trumau Juden niedergelassen hätten, die „mit allerhandt Kauffmannswahren handelten und mit herumblauffung und hausieren dasiger bürgerschafft großen Eintrag und Schaden zufügen..." Es wurde dem Abte Gerard „zum Heyl. Creuz" daher unterm 10, Oktober 1709 seitens der Regierung befohlen, die auf der Herrschaft Trumau befindlichen Juden „alsobaldten" hinwegzuschaffen. Es spricht für den praktisch-ökonomischen Sinn der Zisterzienser, daß sie sich Juden gegenüber ganz gerne in der Rolle von Schutzherren gefielen und den Nutzen der Juden auch für ihre 93