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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 90

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 90 (sequence 26)
Language
German
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ideale Gemeinwesen gebildet, in denen Privatbesitz strenge verpönt war. Allein, von wirklich sozialer Denkungsart waren auch diese auf das Wohl einer, aber nicht der Gemeinschaft eingestellten Wirtschaftsorganismen noch sehr weit entfernt und so ist es denn auch recht charakteristisch, daß es seit dem 17. Jahrhundert immer wieder langwierige Streitigkeiten und Prozesse zwischen dem Orden und den Einwohnern des zum Gute Königshof gehörenden Dorfes Kaisersteinbruch gab, die schließlich nach mehr als siebenhundertjährigem Besitz das Stift im Jahre 1912 veranlaßten, das Gut dem Kriegsministerium zur Erweiterung des Brucker Militärlagers zu verkaufen. So endete hier also die Kulturarbeit der Mönche, da sie nicht von sozialen Gesichtspunkten geleitet war, bezeichnenderweise damit, daß sie den kulturzerstörenden Mächten des Krieges weichen mußte. Man kann ja ferner auch heute kaum mehr glauben, daß beispielweise — nach der Regula conversorum — ein Klosterhirt oder Ochsenknecht am Morgen auf den Ackerhöfen ein Pfund Brot in den Ranzen bekam, daß ihm streng vorgeschrieben war, wann er davon essen, wann, worüber und mit wem er sprechen dürfe und daß er, wenn ihm von seiner Tagesportion etwas übrig blieb, es am Abend nachhause bringen mußte. Ja, noch mehr, er durfte etwas anderes auch dann nicht essen, wenn es ihm von Vorübergehenden geschenkt wurde! Allerdings war die soziale Stellung eines solchen Laienbruders, da er sich als Angehöriger eines großen Ordens fühlen durfte, für manchen Hörigen der Feudalzeit vielleicht sogar beneidenswert, die unerbittliche Konsequenz des „Ora et labora!" machte ihn aber dafür seinem unsichtbaren Herrn, dem Orden umso mehr leibeigen. Der Zisterzienserorden, dem sogar einige Päpste entstammten, wurde im Mittelalter sehr oft zu wichtigen Missionen im Dienste der Kirche herangezogen und einer solchen verdanken wir auch die erste Nachricht von Beziehungen zwischen Zisterziensern und — Juden. Fürs erste war dieses Verhältnis freilich noch recht negativ, denn es handelte sich darum, daß im Jahre 1267 gerade ein Zisterzienser es war, der als Kardinallegat auf dem Konzil zu Wien alte kirchliche Satzungen erneuerte, durch die für die Juden das Tragen gehörnter Hüte vorgeschrieben und den Juden u. a. auch verboten wurde, Badestuben und Wirtshäuser der Christen zu benützen. Nebenbei bemerkt, kamen Beschränkungen solcher Art nie zur vollen 90

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