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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-02-01 · 2 (Februar 1933) · p. Seite 89

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
2 (Februar 1933)
Date
1933-02-01
Page
Seite 89 (sequence 25)
Language
German
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Zisterzienser und Juden in Österreich. Von Leopold Moses, Wien. Seit mehr als neunhundert Jahren besteht nun schon der Orden der Zisterzienser, der seinem Mutterkloster Cisteaux in Burgund seinen Namen verdankt. Im Weiß ihres Habits suchten und suchen seine Angehörigen Unschuld und Freude, im Schwarz des Skapuliers Buße und Reue zu versinnbildlichen; was dem Orden aber — namentlich im Mittelalter — zu einer beispiellosen Beliebtheit verhalf, war die kulturfördernde persönliche Arbeit seiner Mitglieder. In den weit über siebenhundert Klöstern, die dem Orden bereits im 14. Jahrhundert angehörten, wurde nicht nur die Urbarmachung wüster Ländereien systematisch betrieben, sondern es entstanden in ihnen auch förmliche Musterwirtschaften, die auf eng begrenztem Gebiet die modernen Forderungen intensivster Bodennutzung bereits vorwegnahmen und im Weinbau, in der Gärtnerei und sogar in der Bienenzucht bahnbrechend wirkten. Diese kolonisatorische Mission mochte auch viel dazu beigetragen haben, daß schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Österreich die Zisterzienserklöster Reun (Steiermark), Heüligenkreuz (bei Baden), Zwettl und Lilienfeld entstanden. Aber auch auf dem ehemals ungarischen Boden des heutigen Burgenlandes breiteten sich die „grauen Mönche", wie die Zisterzienser wegen ihrer grauen Reisekutten genannt wurden, aus und schon im Jahre 1203 schenkte König Emerich von Ungarn den Heiligenkreuzern ein Gut an der Leitha, das ihm zu Ehren den Namen Königshof erhielt, und im Jahre 1217 einen menschenleeren Landstrich am Neusiedlersee, aus dem sich das Gut Mönchhof entwickelte. Gerade diese zwei burgenländischen Güter der Zisterzienser zeigen aber in ihrer Geschichte das Wesen der Kulturarbeit der Mönche und auch ihr Verhältnis zu den Juden mit allen seinen Licht- und Schattenseiten. Die Mönche haben hier, am Neusiedlersee, Sumpfwildnis in Kulturland verwandelt und Pionierarbeit von unschätzbarem Werte geleistet. Und in ihren Klöstern haben sie auch 89

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