Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 290 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit 1926 leitet die Ghewra Üer" Mütterg€rri:iem'äe :Näthän L11 s t i g, der auch Kultusvorsteher der Kehilla ist. Sein Vorgänger in der Leitung der Chewra, wie auch in der der Kultusangelegenheiten der Gemeinde, war viele Jahre hindurch Ign. Leo Weis z. Anzahl der Kaschaaer Juden in Vergangenheit und Gegenwart. Im Jahre 1869 hatte Kaschau 21.742 Einwohner, von denen 2.178, also 10% Juden waren. Im J. 1880 betrug die Zahl 26.097, Judenzahl 2.846, also 10.9%. Im J. 1890 war die Zahl der Einwohner 28.884, der Juden 3.306, also 11.4%. Im J. 1900 Einwohner 35.586, Juden 4.988, also 14%. Im J. 1910 Einwohner 44.211, Juden 6.723, also 15.2%. Im J. 1921 zählte die Stadt 52.898 Einwohner, von. denen 8.792, also 16.6% Juden. Die Daten der letzten Volkszählung sind noch unbekannt. Nur soviel wurde offiziös publiziert, daß nach der letzten Volkszählung die Einwohnerzahl cca. 72.000 ausmachen wird. Da wir annehmen können, daß die Prozentzahl der Juden nicht zurückging, wohnen also gegenwärtig in Kaschau rund 12.000 Juden, die ungarisch, deutsch, jiddisch, slowakisch, tschechisch sprechen. Im J. 1891 bekannten sich 2.106 Juden zur ungarischen, 1.124 zur deutschen und eine geringe Zahl zur slowakischen Muttersprache. Vereine. Der älteste jüdische Verein der Stadt ist der Isr. Frauenverein, der vor 70—71 Jahren von Frau Philipp B r ö d y26 gegründet wurde, eine Volksküche in den Wintermonaten und seit einigen Monaten ein Altersheim (in der Värkapugasse) für Frauen erhält, in welchem aber nur zehn Personen Platz finden. In der Vergangenheit leiteten den Verein Frau Dr. Jakob Moskovic s,27 Frau Dr. Jakob 36 Ph. Brödy gründete im J. 1858 die Ph. Brody-sche Aktiengesellschaft, die 2—3 Jahre nach dem Umstürze sich gänzlich auflöste. Ph. Brody u. Frau waren angesehene, wohlhaibende und opferwillige Mitglieder der hiesigen jüdischen Gesellschaft. 27 Dr. Jakob Moskovics war ein hochangesehener, philantropisch denkender und"handelnder Mann, mehrere Jahre Präses der Muttergemeinde, Meister der Freimaurerloge „Resurrexit", Comitatsphysikus, Vater mehrerer Söhne und Töchter. Starb am 3. Nov. i902. Seine Frau am 4. Juni 1921. Sein Bruder, Dr. Leo M., Arzt in Batavia, sandte dem hiesigen Nationalmuseum als Geschenk eine Sammlung von Eeptilien aus Java. 290