Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 284 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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Deshalb beschlossen die Leiter der Gemeinde, eine kleine „konservative" Synagoge in der unmittelbaren Nähe der neuen Synagoge zu errichten. Die Besucher dieser Synagoge bildeten eine Zeitlang die Status quo Gemeinde, resp. status quo Betgenossenschaft der Muttergemeinde; vor dem Kriege verschmolzen sie gänzlich mit der Muttergemeinde. Im Jahre 1871 trennte sich die „orthodoxe" Minorität von der Muttergemeinde los und rief die aut. orth. Gemeinde ins Leben. Im Jahre 1911 wurde die Synagoge an der Räköczi-Ringstr. vergrößert, mit einer Orgel versehen und auch ein Winterbethaus zugebaut. Die umgebaute Synagoge besaß 342 Männersitze, 233 Frauensitze am I. Stock und 233 am II. Stock. Das Winterbethaus hatte 100 Männer- und 50 Frauensitze. Sie wurde am 22. September 1911 nachmittags um y%5 Uhr feierlich eingeweiht. Die Kosten des Umbaues und des Errichtens des Bethauses betrugen 81.744 Kr. 64 h. Rabbiner der Gemeinde war Dr. Josef Klei n, Präses Dr. Bela W e i s z, Kultusvorsteher Adolf Adler. Die Gemeinde zählte im Jahre 1910 671 steuerzahlende Mitglieder; im J. 1911 deren 736/3 Im Jahre 1926 wurde die schon erwähnte „kleine" Synagoge und das Schulgebäude (Frangepängasse), in dem sich auch die Gemeindekanzlei und der Ratsaal befand, demoliert und auf deren Platz die neue SynagUge errichtet, die 552 Männer- und 490 Frauensitze besitzt, deren Raum aber zweimal so groß ist, wie der der alten. Die alte Synagoge (an der Räköczi-Ringstr.) wurde der „orthodoxen" Auffassung nach eingerichtet: der Almemor kam in die Mitte, •die Türme wurden beseitigt, die Frauengalerien vergittert — und den Besuchern der „kleinen" Synagoge zur Benützung übergeben. Die feierliche Einweihung beider Synagogen fand am 18. September 1927 statt. Präses der Gemeinde war Dr. Eugen M o 1 n ä r. Bei der Einweihung der neuen Synagoge versahen die rabbinischen Funktionen Dr. Desider Klein, Rabbiner zu Presov, . Dr. Aron Schönfeld, Rabbiner zu Banskä Bystrica und der Verfasser dieser Zeilen. Die „alte" Synagoge wurde von Markus Ecks-tein, dem Rabbiner der Muttergemeinde, eingeweiht. 13 S. den Jahresbericht der Muttergemeinde vom J. 1911. 284 <•