Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 285 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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' V&e Rqb&iner der Mutter gemeine. Der erste Rabbiner der Gemeinde war nach Angabe des Dr. Hevesi (Handler) Martin Kohn, nach einer andern Quelle Abraham Seelenfreund, der seinen Posten im J. 1844 antrat.14) Seelenfreund wurde in den ersten Jahren des vorigen Jahrh. in Hajdünänäs (Ungarn) als dritter Sohn des Rabbiners Chaim Mayer Seelenfreund,15 des Verfassers des D^fi geboren./Vor 1844 wirkte er in Ungvär — jetzt: Uzhorod — als Dajjan oder Rabbiner. Im Jahre 1861 (?) verließ er Kaschau und nahm den Rabbinerposten der Gemeinde Zalosce (Polen) an, von wo er in den siebziger Jahren nach Kaschau zurückkehrte und Rabbiner der erwähnten „statusquo" Filialgemeinde, resp. der „kleinen" Synagoge wurde; dieses Amt bekleidete er im Dezember des Jahres 1898. Seelenfreund war ein gründlicher Kenner der talmudischen, rabbinischen Literatur, ein Hillel'scher Charakter und ist Verfasser der Werke: D*lB und D.TQ» Das Buch D.TQN erschien in Lemberg im Jahre 1878. Das Titelblatt bezeugt, daß er in diesem Jahre schon wieder in Kaschau Rabbiner war und daß er zu seinen Ahnen Weltgrößen, wie z. B. Sabbatai Hakohen, zählen konnte. Rabbi Seelenfreund wurde im neuen Friedhofe der Muttergemeinde bestattet. Seine in Kaschau wohnenden Sprößlinge, die Kinder des Markus F r i e d, zu welchen auch sein Urenkel, Ing. Eugen Fried, gehört, zählen zu den angesehensten Mitgliedern der Muttergemeinde. Der zweite Rabbiner der Gemeinde war Dr. Albert Siegfried Bettel heim, der am 4. April 1830 in Freistadtl, slovakisch: Hlohovec, ungarisch: Galgocz, geboren wurde und auf der Heimreise von Europa nach Amerika am 21. August 1890 starb. Er war von 1861 bis 1866 in Kaschau. Hier redigierte er eine jüdische Zeitschrift, „Der Jude" und war auch Notär der Kultusgemeinde. Während der ersten JHälfte des Synagogenbaues (an der Räkoczi- Ringstr.), also der zweiten Hälfte des Jahres 1866, war Bettelheim noch Notär der Gemeinde. In Kaschau wurden ihm zwei Kinder geboren. Felix am 2. Sepiember 1861, der am 4. April 1890 verschied und die npch lebende 14 S. Kerekes, S. 111. 15 S. Zsidö Lexikon, S. 781. 285