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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-06-01 · 4 (Juni 1932) · p. Seite 282

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
4 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 282 (sequence 48)
Language
German
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Em "Wichtiges-''Moment im Leben der kleinen Gemeinde bildete die Gründung der ersten Synagoge. Die Gemeinde hatte anfangs nur einen gemieteten Betsaal. Da sich aber die Mitglieder vermehrten, mußte man daran denken, eine Synagoge zu errichten. Zu diesem Zwecke kaufte die Gemeinde ein Kornmagazin in der Glockengasse und baute es um. Diese schon mehreremale umgebaute Synagoge besteht noch heute und ist das Eigentum der jetzigen orth. Gemeinde. Aber bald wurde auch diese Synagoge zu klein. Im Jahre 1866 schritt die blühende Gemeinde an die Erbauung einer großen Synagoge. Diese wurde auch mit großen Geldopfern — 34.000 Gulden — errichtet und am 12. Tage des „Frühlingsmonates" im Jahre 1867 feierlich eingeweiht. Da der Rabbinerstuhl zu dieser Zeit vakant war, wurden zur Einweihung der neuen prächtigen Synagoge Dr. M. Z i p s z e r,10 der Rohonczer Rabbiner, und Dr. Mör Klei n,11 Rabbiner in Miskolcz eingeladen. Jener hielt die Einweihungsrede in deutscher, dieser in ungarischer Sprache. Die Synagoge hatte 292 Männer- und 230 Frauensitze. Die Gemeinde besaß zur Zeit dieses Synagogenbaues 197 steuerzahlende Mitglieder. Die Zahl sämtlicher Gemeindemitglieder betrug 263. Präses der Gemeinde in dieser Epoche war Jakob B ä r k ä n y. Die neue Synagoge wich von den traditionellen Synagogen ab, indem der Almemor nicht in der Mitte, sondern oben vor der Bundeslade stand und das Gotteshaus mit zwei Türmen geschmückt war. Diese Neuerung wurde zur Quelle heftiger Zwistigkeiten in der Gemeinde, welche zur Gründung der separaten orth. Gemeinde führten. Mit dem Eröffnen der neuen Synagoge an der Räköczi-Ringstr. wurde die kleine Synagoge in der Glockengasse geschlossen. Aber mehrere Mitglieder der Gemeinde wollten die neue Synagoge nicht besuchen, und aus „religiösen" Gründen nicht einmal deren Schwelle übertreten. Diese verlangten ungeduldig für sich die Synagoge in der Glockengasse, aber der Vorstand der Gemeinde wollte die Bitte der konservativeren Mitglieder nicht erfüllen. 10 Dr. M. Zipszer, 1816—1869. ß. Zsido Lexikon, S. 974. 11 Dr. Mor Klein, Vater des Dr. Arnold Kiss, Oberrabbiner zu Ofen in Ungarn, 1842-^-1915. S. Zsido, Lex., S. 489. 282

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