Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 275 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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erst nur rituell getraut mit Eva Saly Schwarz aus Rohatetz, fortgepflanzt. § 5. Eine der in der neueren Zeit in Göding tonangebenden Familien sind die Körner, die in der Matrik zuerst schon 1785 mit Israel Körner, Inhaber der Familienstelle 10, erscheinen. Sie gehören zu den ältesten Gödinger Familien: ein Grabstein auf dem ältesten Teil des jüdischen Friedhofs besagt, hier ruhe M i n d 1, Gattin des Jakob Maas, geborene Körner, gestorben -am 17. August 1629 im 66. Lebensjahre. Nach der Lage des Grabes zu schliessen, dürfte sie eine der zu allererst daselbst bestatteten Personen gewesen sein. (Auch die Familie Maas gibt es noch jetzt in Göding.) In meiner „Gödinger Judengemeinde" (1914) habe ich darauf verwiesen, daß es bei den Juden vielfach üblich sei, neugeborne Kinder nach vor kurzem verstorbenen Verwandten zu benennen; allerdings gilt dies hauptsächlich von dem sog. rituellen Namen, neben dem heutzutage noch häufig ein anderer gewissermaßen für den täglichen Gebrauch mit dem gleichen Buchstaben beginnt) wie jener biblische. Daraus schloß ich, Israel Körner könne ein Sohn oder wahrscheinlicher Enkel des Israel Dppenheimer oder ein Nachkomme des Israel Löfol gewesen sein, machte aber auch noch auf den im Grundbuch genannten Israel Pink aufmerksam, der aber vielleicht kein Gödinger war, sowie auf Israel Hersehl in Nr. 29 und auf Zelenka Israel in Bojanowitz 1773 (nach der „Beschreibung"). Nun haben wir aber noch eine Quelle, aus der manches zu erschließen ist: das bald nach der Wiedererrichtung der Gödinger Gemeinde angelegte M a s k i rß u c h, in welches fromme Spenden der Gläubigen mit ihren rituellen Namen eingetragen wurden. Die 6. Eintragung dort besagt bereits, für Isak, Sohn des Abraham Asriel, seine Frau Mirjam, Tochter des Mune, seinen Vater Abraham Asriel, Sohn des Abigdor, und dessen Frau Chaje Sorl, Tochter des Daub, spendete Chaim, Sohn des Isak, einen silbernen Kamm und eine silberne Nadel für die Chewra Kadischa und Abigdor, Sohn des Abraham Asriel, einen silbernen Schild. Diese Personen sind aber Mitglieder der Familie Körner. Die Gleichheit einiger der Vornamen (Chaim Joachim, Abigdor vielleicht Friedrich, Israel, Jakob) bringt mich neuerlich auf die Vermutung, Israel Körner sei der Sohn des Joachim Oppenheimer gewesen, und wenn das stimmt, kann man die Familie bis in 275