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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-06-01 · 4 (Juni 1932) · p. Seite 273

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
4 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 273 (sequence 39)
Language
German
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kurs des Löbl Börl (Nr. 5) 16 fL zu fordern, erhielt jedoch nur für jeden Gulden der Schuld 6 kr. 3 Pfennig, zus. 1 fl. 48 kr., und auch das erst, als das Haus am 16. August 1745 von der Judengemeinde im Versteigerungsweg erworben worden war. Auch auf Haus Nr. 21 hatte er 1745 36 fl. 11 kr. zu fordern und wohl auch sonstwo. Daß er infolge seines Wohlstandes und seiner größeren Bildung — er konnte deutsch schreiben, was keineswegs bei allen anderen Gödinger Juden der Fall war — ein angesehener Mann war, zeigt, daß er, wahrscheinlich als Gemeindeausschuß, mit 14 anderen am 1. Jänner 1743 einen noch im Original erhaltenen Vertrag mit der Gutsherrin von Göding, der Gräfin Maria Antonia Herßan (Brian) wegen Ablösung einer bisherigen lästigen Abgabe der Gemeinde an die Herrschaft für den einmaligen Betrag von 80 fl. mitunterfertigte (als Baruch Lößer Ffurter). Am 23. April 1743 legte er als Vormund der reichen Erbin Joachim Fantos, Sara, wegen einer Forderung von 1500 fl. auf den freiherrlich Anton Emerich Horzetkischen Nachlaß „gerichtlichen Zuspruch und Arrest" ein und hypothezierte für die erforderliche Schadloshaltungskaution das schuldenfreie Haus seiner Pupillen. Aber später geriet er selbst in Schwierigkeiten und flüchtete 1766 aus Göding, vermutlich nach Ungarn, über dessen Grenze er ja in einer Viertelstunde kommen konnte. Sein Haus Nr. 6 kaufte 1770 für 80 fl. als Meistbietender Jakob Berl, u. zw. übernahm er 40 fl. Waisengelder, wovon er die Interessen und nötigenfalls nach vierteljähriger Kündigung sub paratissima executione auch das Kapital zahlen mußte, während er sofort bar 40 fl. an die jüdischen Gerichte in Abschlag auf die namhaften nachgelassenen Schulden Frankfurters zu entrichten hatte. — Philipp Frankfurter erwarb 1752 die Hälfte des Hauses Nr. 1, wofür er 354 fl. an die Tuschina, die Schwester(?) des bisherigen Besitzers Gabriel Joachim, die sie diesem geliehen hatte, übernahm, und nach demselben Vorbesitzer die Hälfte von Nr. 5, wozu ein kleiner von der Herrschaft erkaufter Hof an der March gehörte, und im nächsten Jahr für 40 fl. das bis in den Grund abgebrannte erste Drittel von Nr. 15 nach Jakob Lazars Tode (samt einem Sessel in der Weibersynagoge), auf welches er ohnehin 250 fl. zu fordern hatte. Nach der „Beschreibung" bewohnte 1773 Lazar Franckfurth das unweit der Mühle gelegene mittelgroße Haus Nr. 24 allein mit seiner aus Frau, 2 Söhnen und, 2 Töchtern bestehender Familie 273

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