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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-06-01 · 4 (Juni 1932) · p. Seite 272

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
4 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 272 (sequence 38)
Language
German
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auch kein Zweifel, ja bei allen diesen Familien besagt wohl auch die alte Familientradition, daß ihre Ahnen seit langen Zeiten in Göding zu Haus waren, und mit Markus Popper und Jakob Stiasny wird dasselbe wohl auch der Fall sein. Außer diesen kommen in den neu angelegten Matriken nur noch David Bauer und Salomon Frankl als Gödinger FamWianten vor, allerdings erst 1809 und 1834. Jener wird nur bei seinem Tod erwähnt, besaß die Familienstelle 13, die er schon von einem anderen übernommen hatte und könnte deshalb auch ein Auswärtiger sein und Frankl wird noch später erwähnt, übersiedelte bald nach Brünn und trägt einen Vornamen, wie er sonst in Göding nicht vorkam; anderseits haben wir, ohne Bauer, aber Frankl eingerechnet, gerade die sämtlichen 13 Gödinger Familiantennamen, die es überhaupt gegeben haben dürfte. Freilich kann auch noch einer eine solche Stelle gehabt haben, ohne in Göding gewohnt zu haben, und wenn er nun hier nicht heiratete und starb und ihm keine Kinder geboren wurden, dann würde er eben in der Matrik gar nicht gefunden werden müssen. § 3. Von den späteren (und heutigen) Gödinger Familien läßt sich am leichtesten die Familie Frankfurter zurückverfolgen, die vielleicht aus Frankfurt a. M. einwanderte. Ihr Gödinger Ahnherr dürfte L a z a r geheißen haben und dessen Söhne waren vermutlich B a r u c h, auch Borech Leser genannt, und Philipp. Beide müssen wohlhabend gewesen sein. Baruch und seine Frau Susanna kauften 1744 nach dem Tod Salomon Löbls seinen Anteil an Haus Nr. 2 für 540 fl., etwa die Hälfte des ganzen; dies war aber das größte Haus der Gödinger Judenstadt, es lag an ihrem Hauptplatz neben dem nachmaligen Brauhaus. Im nächsten Jahre erwarb Frankfurter noch von Kopl David die Hälfte des Hauses Nr. 6, des sehr günstig gelegenen, gleichfalls größeren Hauses an der Ecke der Schloßgasse und des Schloßplatzes, für 250 fl. rhein., die er ihm schon früher geliehen hatte, und darin ein Gewölbe, das er statt der Interessen für jene Schuldsumme frei genießen sollte. Dafür mußte er aber noch die Haftung für eine Schuld Kopls an die Waisenkasse im Betrage von 185 fl. 30 kr. und für 30 fl. Kapital nebst Interessen und Gröschelgeldern, zusammen 39 fl. 3 kr., die jener für das Kind seiner in Ungarisch-Brod verheiratet gewesenen verwitweten Tochter Esterl zu zahlen hatte, übernehmen. Er machte indessen auch noch anderweitige Geldgeschäfte. 1742 hatte er bei dem Kon- 272

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