Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 241 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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den. Der Gabbai d' Erez Israel überwies sie seiner nächsthöheren Instanz, den Palästinagelder-Verwaltern der „Landschaft" .11^0 wie die jüdische Organisation eines Territoriums hieß. Dieser Kassierer führte den Ehrentitel eines „Fürsten von Erez Israel" V'K WWi Wahrscheinlich übersandte dann dieser Landeskassierer für Erez Israel die aus „seinem Lande" einkommenden Palastinagelder nicht direkt, sondern über die venezianische Zentralkasse nach Erez Israel, wie wir dies von Hamburg sicher wissen.18 Der Waad Arba Arazoth der polnischen Judenheit, die größte Organisation der aschkenasischen Juden jener Zeit, hatte eine besondere Erez Israel-Kasse, ebenso wie auch die einzelnen Länder der polnischen Judenheit ihre besonderen Palästinakassen hatten. 1650 gab es z. B. beim großpolnischen (posener) Waad zwei Verwalter der „Urne für Konstantinopel und das heilige Land", von denen der eine der spätere Landesrabbiner R. Jesaja Horwitz war.19 Seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts war Lublin der Sammelpunkt der in Polen für Erez Israel aufgebrachten Gelder.20 Auch in Deutschland wurden dort, wo jüdische Zentralinstanzen existierten, derartige Zentralkassen für Erez Israel eingerichtet, für die die Mitglieder dieser Verbände analog der venezianischen Einrichtung gewisse Beiträge aufzubringen hatten. So mußten die Mitglieder der hessischen Judenschaft, jeder nach seiner Steuerveranlagung, jährlich eine bestimmte Summe für die palästinensischen Armen zahlen.21 In Frankfurt a/M. gab es einen Schatzmeister für Erez Israel, der die aus seinem Bezirk einlaufenden Gelder nach Venedig, (oder Wien?) abführte.22 In Wien befand sich ferner eine Geldsammlungszentrale im 17. und 18. Jahrhundert, an die — wie aus dem folgenden hervorgeht — die mährische (und wohl auch die böhmische) Judenheit ihre Gelder übersandte. In Prag befand sich die Zentralkasse der böhmischen Judenheit, die ein Schatzmeister für Erez Israel, der wie die anderen Schatzmeister auch den Titel ,;Nessi Erez Israel" trug, verwaltete. An diesen Kassierer übersandten die mährischen Juden ungefähr bis 1620 und nach der Vertreibung aus Wien (1670) ihre Palästinagelder. Der erste uns bekannte Prager Leiter der Erez Israel-Kasse war Chajim b. Abraham Wahl.23 Von seinen Nachfolgern seien der böhmische Landesrabbiner Benjamin Wolf Spira (Sohn des böhmischen Oberlandesrabbiner Simon Spira)24 und der bekannte David Oppenheim genannt.2"' 241