Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 240 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bestrafen und ihn sogar durch die staatlichen Gerichtshöfe zur Zahlung dieser Summe zwingen zu können. Dieser Beschluß erhob also die Verfügung des Bezalel Aschkenasi, von der wir bereits sprachen, zu einem Gesetze. Auch die Verteilung der .in dieser Kasse eingezahlten Gelder wurde durch diesen Beschluß geregelt. Sie sollten unter die verschiedenen palästinensischen jüdischen Gemeinden — aschkenasische, sephardische, portugiesische und italienische werden erwähnt — nach ihrer Seelenzahl verteilt werden.12 Die Kasse wurde von drei Gabbaim (Vorstehern) geleitet. Ihre ersten Leiter waren der Oberrabbiner Avigdor Cividale, der Gelehrte Benzion Zarfati, der Leiter des Lehrhauses des Mäcens Kalmann Belgrado, und der Gelehrte Jehuda Löb Saraval.13 Von ihren Nachfolgern seien Samuel Aboab, gleichfalls Oberrabbiner in Venedig, und dessen Nachfolger Manuel Valencin genannt.14 III. Die Ausbreitung der Organisation, Wenn auch die Lage der europäischen Judenheit in jener Zeit sehr gefährdet war — viel gefährdeter als in unseren Tagen — so stand sie dennoch nicht hinter der Leistung der italienischen Judenheit zurück, die trotz ihres eigenen Existenzkampfes der Juden Erez Israels nicht vergaß, für die sie eben in Venedig die wohlorganisierte und in die Verfassung der jüdischen Gemeinde eingefügte „Unterstützungskasse für die -Bewohner Erez Israels" gegründet hatte. Diese venezianische Kasse war das vom Venezianer Rabbiner, dem viel umstrittenen Leo Modena, überallhin schriftlich propagierte15 Vorbild für die jüdischen Palästinafonds, die sich bald in allen Ländern, die jüdische autonome Gemeinschaften aufweisen konnten, konstituierten. Von vornherein* war eine gewisse Zentralisierung der Sammlungen damit verbunden. In jeder Gemeinde gäbe es einen „Verwalter der Erez Israelgelder" ( YH1 ), der zumeist dem jüdischen Gemeindevorstand eingegliedert war, und der die für Erez Israel bestimmten Gelder in Empfang nahm.16 Auch die Gelder der damals in den Gemeinden entstehenden besonderen Hilfsvereine17 für Palästina flössen wahrscheinlich in diese Kasse, so daß also in jeder Gemeinde die für Palästina eingesammelten Gelder einer Stelle zugeführt wur- 240