Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 4 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 238 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2416673-2416680-2416685--0579-2417300- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mäßigkeit zu verschaffen5, die Verfügung, daß jeder Jude des Galuth jährlich zu Purim einen gewissen Betrag — den sogenannten halben Schekel — für Erez Israel zu entrichten habe6. So war nun der Zentralisierung sowohl der Sammlung als." auch der Verteilung im weitesten Maße vorgearbeitet und auch eine gewisse Sicherheit des Einganges von Geldbeträgen gewährleistet worden7. Die Gründung der Palästina-Zentralkasse in Venedig. In der letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatten sich die Verhältnisse der palästinensischen Judenheit sehr verschlechtert. 1594 hatte die gefürchtete. Pest viel Unheil über das Land und die Juden mit sich gebracht und im letzten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hatte sich dazu noch eine allgemeine Hungersnot im Lande eingestellt.7 Die Hungersnot ergriff - nicht nur Jerusalem, sondern auch Safed und die übrigen Landesteile; sie nahm ein ungewöhnliches Ausmaß an, aber die jüdischen, in ihrer materiellen Existenz schwer bedrohten Gemeinden wandten nur ihr gewöhnliches Mittel an, um dem allgemeinen Hungersterben entgegenzuwirken. Sie schickten Boten und Briefe, die ihren Brüdern in der Diaspora ihre große Not schildern und sie zu vermehrter Unterstützung aneifern sollten. Zwar schickten die benachbarten Judengemeinden von Damaskus und Konstantinopel daraufhin sofort größere Summen. Aber dieses genügte nicht, und das Mittel der „Boten" erwies sich, da es alt und abgenützt war, nicht von großem Werte; die Not aber wuchs. Wie später Jesaja Horowitz ha-Lewi, der Verfasser des fi,/L?t# durch seinen erschütternden Aufruf „Die Ruinen Jerusalems" D^t^T TCnn die Juden des europäischen Galuth und besonders von Italien, Deutschland und Holland zu vermehrten und verdoppelten Hilfsleistungen für ihre von den Paschas ausgebeuteten Brüder in Erez Israel anzutreiben vermochte, so war es jetzt während der Hungerepidemie der damals in Safed ansäßige große Bibelkommentator Mose b. Chajim Alschech, der seine Fedsr für seine Leidens- und Glaubensgenossen einsetzte und einen Aufruf, der bezeichnenderweise die Überschrift „Schwere Prophezeiung" fTtPp fflifi trug, an die venezianischen Juden, sowie an die anderen Juden Italiens erließ. 238