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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 220

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 220 (sequence 58)
Language
German
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durch soziale und wirtschaftliche Umwelt bestimmt oder umgekehrt diese durch die Vorgänge ihres Einzellebens beeinflußfcwerden.Denn der Mensch ist nicht nur das Produkt seiner Abstammung und Umgebung, sondern vermag auf sie auch bestimmend einzuwirken. Das Verständnis der Lebensgesetze, welche diese Schicksalsprobleme der Familie beeinflussen und den Aufstieg oder Niedergang der wechselnden Geschlechter herbeiführen, wird wesentlich durch die klare Einsicht in den Ursprung der einzelnen Persönlichkeiten vermittelt. Fest steht jedenfalls, daß das beste Stammesgut nur dann erhalten werden kann, wenn es vor ungünstiger Kreuzung bewahrt wird. Denn das Verständnis für das gute Erbe der Väter ist auch mit der Verpflichtung verknüpft, es als unsern wertvollsten Teil weiter zu vererben und damit trotz aller Stürme der Zeit die sichere Richtung des Seelenlebens jedes einzelnen durch sein treu bewahrtes, starkes Familienbewußtsein festzustellen. Schon im alten Israel wurde dieses bei der Wahl der Ehefrauen und Stammesführer durch die Auslese gepflegt. Die patriarchischen Erzählungen der Genesis 'lassen diese zumeist durch den natürlichen Scharfblick der Erzmütter vollziehen, und ihrem Beispiel folgten später ebenso der deutsche Adel-, Bürger- und Bauernstand. Der gesellschaftliche Aufstieg erfordert ganz allgemein sichere Urteilsfähigkeit, moralischen und physischen Mut, eigene Entschlußkraft, Willensstärke und Gemeinsinn mit der festen Einstellung auf überpersönliche Ziele geistig sittlicher Natur, die der Masse fehlt. Die Erkenntnis und der Verstand allein vermögen es durchaus nicht zu verhindern, daß die wertvollste Erbmasse verschleudert wird, sodaß die Entartung trotzdem fortschreitet. Nur die feste Willenseinstellung der Einzelpersönlichkeit führt die Ergebnisse der Vererbungsforschung zu der Aufartung der Edelgeburt, die das bewahrt und sorgfältig pflegt, was der Familie ihre charakteristische Eigenart und persönliche Note verleiht. Diese bildet einen feinen Regulator zwischen dem modernen Geist und seinen altbewährten Voraussetzungen und dient darum zugleich als Erziehungsfaktor für die Familie zu festen, ehrwürdigen und erprobten Lebensformen. Ganz allgemein kann hierbei Gesittung, Kulturfähigkeit, Eindringen in die Intelligenz neben der Zurückstellung antisozialer Efemente und Auslese hochwertiger Gruppenbestandteile vor allem durch die Beachtung und Betonung der ethisch praktischen Momente erlangt 220

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