Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 201 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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1754. Varsteher Reb Iczik Geiringer, Stz. 59. Auch im Jahre 1754 unterhielt die Gemeinde die 3 Melamdim-Religionslehrer: Reb Ahron, Reb Iczik, Reb Wolf. Das mehrerwähnte Landesarchiv Acta Judaeorum 4. weist in einer Konskription vom J. 1754 32 jüdische Familien mit großem Bezirk auf. Unter den Stampfener Familien Isac Geiringer, Moyses Herdingsfelder u. Löbl Isaac. Vermögen 8500 fl. Auf den Konskriptionen zumeist die eigenhändigen Unterschriften: Isaac Geyringer, als Judenrichter .Tl JJ'TM pSTK* Wolf Jacob, Beisitzer, ,Ttt s^KIV* Beide deutsche Unterschriften sind sehr schön. Neben den Unterschriften, Siegelabdrücke. Geiringers Siegel zeigt in der Mitte eine Bretze, über welche zwei Löwen eine Krone halten. In dieser Konskriptionsliste figuriert Isaac Geyringer als reicher Kaufmann, Wolf Jakob als Schneider. Weitere Familien dieser Liste: Samuel Geiringer et Sohn Joseph und Tochtermann Kaufmann Rafael mit 2 eigenen Häusern u. 3 Pferden. Ihr sämtliches Vermögen 3500 fl und zahlender Herrschaft 380 fl jährlich Schutzgeld. Dann enthält die Liste: Marcus Buchbinder, der auch beruflich als „Buchbinder" vermerkt ist. Dann Herzl „Spielmann", „Musikant", Mojse Spielmann, „cocus pro reregrimus", welche lateinische Bezeichnung mit „Gastwirt" gleichkommt. Benis Lebel, Schächter, der in den Dörfern Gänse und Hühner schlachtete. Ahron Moyses Melamed Religionslehrer und Synagogendiener, mit dem oberwähnten Reb Ahron Melamed identisch. Lebel Melamed Religionslehrer, deren Besoldung jährlich 30—30 fl betrug. Auch einen Privatmelamed-Religionslehrer erwähnt genannte Konskription, den Lehrer Isac Marcus, der jedoch nur die Kinder des Gemeinde-Rabbiners „Isak Kolis", unterrichtete. Schachter Samuel, Gemeindeschächter, der wöchentlich eine Bezahlung von 1 fl 25 kr bezieht. Abraham Lebi, „convocator ad Synagogum", oder im Volksmunde der „Schulklopfer" genannt, sein Wochengehalt 1 fl. (Siehe oben S. 134 ist sicherlich derselbe Adam oder Abraham Lebl, Schulsinger, dem der obenerwähnte Schutzbrief-Teil vom Jahre 1755 „die Aufnahme unter Schutz der Stampfer Herrschaft" aus nicht auffindbaren Ursachen nicht mehr gewährte.) Simon Naidorffer „notarius judaicus", war Schreiber der jüdischen Gemeinde, (Schriftführer) mit 30 fi. jährlich von der Gemeinde bezahlt. Außerdem hatte er einen Wein- und Branntwein-Ausschank. Sein jährliches Einkommen betrug zu- 201