Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 192 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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nach dem Tode des Abraham Lang seine Witwe, die sich mit ihren Kindern in der Stadt Priesen unter dem Schutze des Grafen Zdiarsky aufhielt, in Not geriet, kaum Nahrung und Kleider zu beschaffen wußte und die zum Teil schon heiratsfähig gewordenen Kinder aus Mangel an Mitteln nicht in den Ehestand treten konnten, wandte sie sich bei des Kaisers Anwesenheit in Böhmen am diesen und erwirkte den Auftrag vom 12. Dezember 1647 an die Kaadner, mit ihr Abrechnung zu pflegen und ihr wenigstens die rückständigen Zinsen auszufolgen. Sie hatten, selbst durch zwei große Stadtbrände, die Brandschatzungen des Krieges und Mißwachs bedrängt, nur von Zeit zu Zeit etwas Geringes abgestattet und seit 1644, auf das verfügte Moratorium gestützt, die Zinsenzahlung zur Gänze eingestellt. Auf wiederholtes Drängen der Oberbehörden ließen sie sich im Jahre 1651 herbei, einen Zinsenrückstand von 343 Schock 42 Groschen und 6 Pfennigen anzuerkennen und darauf eine Abschlagszahlung von 100 Schock ehestens zu leisten, beharrten aber bei ihrer Weigerung, die seit 1644 aufgelaufenen Zinsen abzutragen. Damit waren auch trotz dem Widerspruch der Witwe, die sich um 360 Schock an Zinsen geschädigt fühlte, die Kammerräte einverstanden und hießen die Saazer Hauptleute in dem Erlaß vom 27. Juli 1651 lediglich daran sein, daß ihr die angebotenen 100 Schock ausgezahlt werden. Von der Rückerstattung der Hauptsumme war vorderhand mit keinem Wort die Rede. Ein Enkel dieses Abraham Lang war Moises Abraham Lang J., der 1651 für sich und seine Mutter Bella, die Schnur des verstorbenen Abraham Lang J., 4 Raten einer Geldschuld einhob und den Restbetrag von 133 Schock 41 Groschen 4 Pfennigen um 50 Schock verkaufte. Ein Sohn eines der beiden Eidlitzer Abraham, genannt der junge Jude Abraham Eidlitz, verkaufte 1652 eine Forderung von 116 Schock 10 Groschen um 40 Schock. Außerdem beschäftigten noch vereinzelt Juden aus anderen Orten als Eidlitz das Kaadner Gericht, wieder vorwiegend in Geldsachen: Moises Brandeis J. zu Prag, vielleicht eine Person mit d,em schon 1588 auftretenden Moises J. zu Prag, erwirkte 1613 einen Statthaltereibefehl an den Kaadner Magistrat, ihm zur Auszahlung von 43 Schock 45 Groschen zu verhelfen, die er bei einem Kaadner Kürschner stehen hatte; 1636 Salomon J. zu Prag, der Schwager des Isak Brandeis; 1645 Wolf und Salomon Eidlitz Juden zu Prag, 192