Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 191 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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waren, fanden sich immer wieder vorzugsweise Eidlitzer ein, um hier ihren Geld- und Pfandgeschäften nachzugehen. 1619 hatte Nathan J. von EidJitz etliche Sachen einer Kaadnerin pfandweise in Händen und gab sie nicht heraus, obwohl er das Lösegeld hiefür empfangen hatte. Er wurde deshalb in die Fronfeste gebracht, aber durch die Willkür des amtierenden Bürgermeisters ohne Wissen jener Frau freigelassen, worauf er flüchtig wurde. Nun forderte die Geschädigte Ersatz vom Bürgermeister und belegte, als dieser unterdes starb, seine Verlassenschaft mit Beschlag. Judith, die Witwe nach Schwarz Abraham J. von Eidlitz, erteilte 1634 einigen Kaadner Juden die Vollmacht zur Einhebung ausstehender Gelder, weil sie nach Schlesien zu ihren Kindern reisen wollte, und verkaufte durch einen solchen Vollmachtträger 1636 eine Forderung von 225 Schock 45 Groschen um 167 Schock 30 Groschen. Neben dem schwarzen Abraham tätigte auch der lange Abraham J. von Eidlitz mancherlei Geldgeschäfte in Kaaden, aber nachweisbar nur in den Jahren 1619, 1620 und 1621. Der Kaadner Dechant Hagelius von Rauersberg erzählt in seiner „Summarischen Relation", daß, als im Sommer 1620 alle katholischen Räte ihres Amtes enthoben und mit entschiedenen Lutheranern ersetzt wurden, ein vornehmer Bürger aus den Katholischen, der auch seines Amtes verlustig ging und nun in geringem Respekt gehalten wurde, kein anderes Mittel, um wieder zum Amte und seinen Einkünften zu gelangen, zu finden wußte, als Utraquist zu werden, da die Katholischen nichts mehr galten. Als er solchergestalt wankelmütig gewesen, kam ein Jude von Eidlitz, der lange Abraham genannt, zu ihm, und als dieser merkte, daß er der Religion zweifelhaft stehe, redete er ihm stark zu und ermahnte ihn zur Standhaftigkeit, er solle beileibe von seiner Religion nicht weichen, der Kaiser werde, so Gott will, gar bald die Oberhand bekommen. Und wenn der Jude dies nicht getan, würde jener gewißlich abgefallen sein. Ist also ein groß Wunder, daß ein ungläubiger Jude einen Christen in der Religion stärkt. Dieser Abraham Lang J., der um 1630 in Saaz lebte, hatte 1621 der Kaadner Gemeinde ein Darlehen von 1500 Schock in leichter Münze gewährt, welches bei der 1629 zur Regelung der Städteschulden nach Brüx einberufenen Traktationskommission 1000 Schock guter, gangbarer Münze gleichgesetzt wurde. Mit der Rückzahlung oder auch nur der Verzinsung beeilte sich die Stadt keineswegs. Als 191