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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 190

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 190 (sequence 28)
Language
German
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Geschichte der Juden in Kaaden. Von Schulrat Josef Hoff mann, Kaaden. (II. Fortsetzung.) Jakob Salomon, gemeiniglich Jäckl J. genannt, hatte eine Wohnung in dem Hause der Wassergasse, das heute die C.-N. 156 trägt, inne, die 1650 der Schauplatz jener Tragödie war, welche für die Kaadner Juden die traurigsten Folgen nach sich zog. Vor dem genannten Jahre wird sein Name bloß zum Jahre 1636 genannt, in einer etwas dunklen Angelegenheit. Mit einem Fuhrmanne aus Pöllma (Bez. Kaaden) fuhr Jakob Salomon und eine Kaadner Frau namens Walburg Türkin, die geklöppelte Spitzen zum Verkaufe bei sich hatte, nach Prag. Auf der Prager Altstadt kam die Frau weinend zum Fuhrmanne und klagte, daß ihre Spitzen verloren seien. Als sie nun auf der Rückfahrt beim Wirt zum Weißen Rössl in Droschitz einkehrten, zeigte die Wirtin Spitzen vor, die ein Jude aus Kaaden hier vertrunken habe, der auch noch weitere solche Spitzen zu bringen versprach. Die Frau erkannte ihr Eigentum und löste es aus. Ob und mit welchem Ergebnis gegen Jäckl eingeschritten wurde, ist nicht überliefert. Wolf Meier wird in den Stadtbüchern bloß in den Jahren 1636, 1638 und 1639, u. z. bei Ausbürgungen genannt, gemeinsam mit anderen Juden. Ein einzigesmal tauchen die Namen Mendl Katzenstein J. allhier (1649), der als zufälliger Zeuge eines Wortwechsels zwischen Isak Brandeis u. dem Kaadner Verwalter Dowitzer aussagte, und des Judas Lernmel J. (1650), gelegentlich einer Ausbürgung, auf. Von anderen in Kaaden nicht heimischen, hier aber geschäftlich tätigen Juden kommen die von Eidlitz am häufigsten vor. Der Verkehr zwischen Eidlitzer Juden und den christlichen und jüdischen Bewohnern Kaadens war überhaupt zu allen Zeiten rege und für das 17. Jahrhundert kann die Kaadner Judenschaft als eine Kolonie der Eidlitzer bezeichnet werden, die mit der Mutterstadt in engster Beziehung stand. Auch als die Juden aus Kaaden verwiesen 190

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