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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 188

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 188 (sequence 26)
Language
German
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neigte in religiösen Fragen der strengeren Richtung zu. Als einmal R. Aaron Plumel in Wien die Erlaubnis erteilte, jüdischen Gefangenen durch Nichtjuden am Sabbath Lebensmittel zu bringen zu lassen, bekämpfte er diese Entscheidung sehr.1 Er hinterließ rabbinische Entscheidungen, welche R. Eleasar aus Passau2 vorlagen. III. R. Nathan. Er war eine der größten rabbinischen Autoritäten Mitteleuropas und lebte Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts in Eger, wo er eine segensreiche Tätigkeit entfaltete. Sein Lehrhaus war tonangebend in sämtlichen Gemeinden Deutschlands, Böhmens und Österreichs. Fast sämtliche Rabbiner seiner Zeit wurden von ihm ordiniert, und selbst die rabbinischen Größen jener Epoche waren bestrebt, rabbinische Befähigungszeugnisse von ihm zu erhalten.3 Für das Ansehen, das R. Nathan genoß, spricht, daß kein Geringerer als R. Jakob Landau — vulgo Maharil — sein Urteil in einer Angelegenheit von der Entscheidung R. Nathans abhängig machte.4 Bei der Rabbiner-Synode, die 1387 in Erfurt stattfand und zu der sich die fünf größten Rabbiner Deutschlands eingefunden hatten, finden wir R. Nathan an dritter Stelle genannt. Auch finden wir ihn bei einer Synode, die unbestimmten Datums in Nürnberg stattfand.5 Dort wurde er gefangen genommen und in den Kerker geworfen,6 was darauf schließen läßt, daß er auch bei der Behörde als der größte Rabbiner angesehen wurde. Während der Hussitenkriege wanderte er allein nach Palästina aus und hinterließ seinei Frau, sie solle, falls sie einen gewissen Lärm hören würde, mit einem Messer alle ihre Kinder und hierauf sich selbst töten, damit sie nicht in die Hände der rohen Soldateska und Mörder fallen.7 R. Nathan starb in Jerusalem,8 noch zu Lebzeiten des R. Jakob Wei;l; 1 Leket Joscher I. S. 64. 2 R. G. A. Israel Brunna Nr. 195 und siehe was ich über R. Eleasar aus Passau in dieser Zeitschrift I. S. 232 berichtet habe. 3 a. a. O. Nr. 227. . 4 R. G. A. Maharil Nr. 74. 5 R. G. A. Jakob Weil Nr. 25, 115. 6 a. a. O. Nr. 79. 7 Leket Joscher in der Einteilung Nr. 109. 8 a. a. O. 188

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