Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 183 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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(„so ist es"). Die (Abgeordneten) der Oberen Neustadt vergaßen, daß sie sich im Rate befinden und nach Fürsprache der Herren Regenten sowie auch der Pfarrer und der Geistlichkeit wurde den Juden eine Frist bis zur Ankunft des Königs nach Prag bewilligt und das, was der König in dieser Sache unternehmen wird, dazu wollen der Bürgermeister und die Herren ihre Einwilligung geben. Zu dieser Rede haben die Schöffen und der Bürgermeister nicht viel zu sagen gewußt, nur, daß sie die Sache überlegen und durchberaten wollen und daß sie ihnen (das Resultat) mitteilen werden. Daß es jedoch gleich geschehen sollte (wäre untunlich), denn es wäre eine große Schande für uns Schöffen und auch allen untereinander, so wie wir es auch den Herren Regenten zugesagt haben, daß es so geschehen sollte. Auch war es den beiden (Prager) Gemeinden bekannt, weil es alle mit eigenen Ohren gehört haben und weil sie dieses Abkommen gleich uns gutgeheißen haben. (B.-Dv-I 355.) 1519. (1027.) Am Montag, Maria Lichtmeß, war die Prager Gemeinde einberufen aufs Altstädter Rathaus. Dort hielt Herr Passek u. A. folgende Ansprache:--„was ein jeder in die (öffentliche) Kasse abführen sollte, für den Fall, das eine Notwendigkeit eintreten sollte, daß man zu irgend etwas (Geld) zugreifen und so die eigene Sache (irgendwo) durchsetzen könnte. Ja selbst diese Leute, die Juden, die ungetreuen, die sammeln untereinander Geld, damit sie es verfügbar haben, sobald irgend etwas zutrifft/' — „Und noch lange ist so geredet worden. Dann gingen der Herr Bürgermeister und die Herren heraus." (Dieselbe Versammlung endete mit einem wüsten Handgemenge:) — „und dann wollten sie über die Juden (herfallen) und wer weiß wo (der Tulmut) aufgehalten worden wäre! Gewiß hätte (der Pöbel) die Deutschen und ihre Keller (Gewölbe) kaum in Ruhe gelassen, ferner hätte er kaum den Klöstern verziehen und schließlich wären auch die Häuser der Schöffen (nicht unbehelligt geblieben). Denn gar groß war die Armut und viel des Wandervolkes und anderen Gesindels und der Faulenzer („lezäky"). Eine große Menge stand bereit und lagerte in der Nähe des Rathauses, einen Beginn (des Tumultes) erwartend. Aber, was zu bedenken gibt, wenn sie zu der Glocke Zutritt gehabt hätten, welche zu den Versammlungen am Rathause geläutet wird, dann wäre sogleich das Zeichen zum Beginn des Tumultes gegeben. Doch sie konnten nicht 183