Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 182 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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versammelt und hier wurden die Juden aus Prag ausgewiesen von einigen Kürschnern und Krämern; der reiche Bürger Lomenda wettete hundert Schock (b. Gr.) mit einem Nachbarn, daß die Juden in Prag nicht mehr verbleiben werden und war sehr darum bedacht, auch hatte er andere angereizt, daß sie mit ihm gehen („podle neho kräöeli") und die Juden ausweisen sollen. (B.-Dv. I.-351.) 1518. (1012.) Die Altstädter Gemeinde tagte am Rathause am Pfingstmontag; es kamen auch die vier Regenten oder Hauptmänner und befahlen dem Herrn Meister, die Ansprache an die Herren und die Ritterschaft zu halten, weil die Gemeinde den Beschluß der Abschaffung aller Juden aus Prag gefaßt hat, gemäß des Privilegiums Sr. M. d. K. Vladislav selig, die Gemeinde möge sich ihnen (den Juden) gnädig erweisen und auf dieses geplagte Volk liebevoll sehen. So haben sie lange und viel gesprochen und gingen dann heraus. Sodann sprach der Bürgermeister Daniel Rous und andere Schöffen und berieten mit den Gemeindeältesten, was hier unbeschadet dieses Privilegiums geschehen könnte. Darauf verblieben alle, daß man sie (die Juden) dulden solle, bis zur König Ludwigs Rückkehr ins Königreich Böhmen; die Regenten sollen weiter mit den andern böhmischen Herren verhandeln zwecks Intabulierung de; kgl. Privilegiums in die Landtafeln. Als diese Antwort den Regenten erteilt worden war, traten auch die Juden in die Vollversammlung der Gemeinde herein, ersuchten und baten, man möge ihnen Gnade und Barmherzigkeit erweisen, auf ihre Greise, Kinder und Arme Rücksicht nehmen. Sie machten sich erbötig, Gelder zu niedrigen Zinsen zu leihen und wenn sie bisher für den Garten (Friedhof) und das (rituelle) Bad 12 Schock b. Gr. abgeführt haben, so wollen sie weiterhin 50 Schock b. Gr. zahlen; darauf ist auch die Versammlung verblieben. (B.-Dv. I.-353.) 1518. (1022.) Montag nach Set. Simon und Juda versammelte sich die gesamte Prager Gemeinde am untern Rathaus. (Es folgt der Verlauf der Ratsitzung, Beschwerden über Maskenunfug, die Straßenreinigung etc. — Weiters auch)-"-eine lange Rede des Gemeindeältesten und Kürschners Kardinal, was die Juden anbetrifft, so sollte man sie nicht mehr dulden. Der Herr Bürgermeister und die Herren mögen das Notwendige veranlassen, weil die Juden dieser Stadt großen Schaden verursachen. Auch der Pulpit vom Porici sprach zu dieser Sache und viele schrien „Tak! tak!" 182