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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 179

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 179 (sequence 17)
Language
German
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Herrn und für alle, vielmehr sollten sie dazu arbeiten, wie sie sich durch Liebe und Eintracht helfen könnten. Daraufhin gaben die Ältesten zur Antwort, daß sie (von dem geplanten Tumult) nichts wissen und so jemand etwas ähnliches beabsichtigen sollte, wollen sie alle gegen einen solchen vorgehen und ihn strafen. (Dieser, sowie auch der vorige Bericht auch bei Tomek, Gesch. d. Stadt Prag, X. Bd.) 1513 (884) Sonntag nach dem hl. Tiburtius töteten, d. h. ertränkten die Altstädter den Fictum, alias Ficek u. zw. auf die Angaben seines Mälzers, der sein Blutsverwandter war. (Es folgt hier die Beschreibung der Hinrichtung des Mörders, welcher gefoltert auch manches bekannte.) „Dann Freitag vor St. Filip schleiften ihn Pferde zum Galgen, dort steckten sie ihn auf den Pfahl. Auch bekannte er, daß er einen Juden kennen lernte, daß er ihn in der Mälzerei ermordete und den Toten in den Fluß geworfen habe. 1514 (913) Montag nach St. Filip und Jakob zur Vesperzeit fiel ein Schrecken auf die Judenstadt, wo ein jeder, wohin er nur konnte, hinlief (um sich zu verstecken). Ein jüdischer Narr schlug einen Knaben, so daß dieser starb. Damals rottete sich das gemeine Volk, welches einen triftigen Grund zum Plündern zu finden glaubte, zusammen; es kam ihrer eine große Menge zu den Toren (der Judenstadt) und wollte die Juden bedrängen. 1509 (827) Jan, ein Büchsenmacher — puskar — aus Wodnan, goß eine neue Feuerschlange („houfnici"), welche vier und einhalb Ellen breit war. Sie zogen sie ans Ufer hinter die Judenstadt und feuerten dreimal zum Felsen am anderen Flußufer; sie gaben zuerst sechs, dann sieben Pfund Pulver und doch blieb das Rohr ganz. 1513 (879) Am Tage nach St. Juliana führten sie einen Juden aus ihrer Stadt zum Ufer; dort schnitt ihm der Scharfrichter die Zunge, dann die Augen heraus, weil er einem anderen Juden mit dem Messer im Streite erstach, so daß dieser starb. 1514 (zu 913) (Eine Judenschlägerei anläßlich einer Hinrichtung) — „doch die Herren Stadträte und Richter beschwichtigten sie, doch war dies nichts nütze, denn wenn sie sie auch aus dem einen Tor verjagten, so liefen sie doch zu einem andern, bis es zu einer Schlägerei kam. Doch da verjagte sie der Herrgott selber mit einem großen Wolkenbruch, so daß sie auseinander liefen. Die 179

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