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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 180

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 180 (sequence 18)
Language
German
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Stadträte mieteten sodann Söldner zum Altstädter Rathaus. Ein ähnlicher Ansturm war auch für den Ostersonntag geplant und war er angestiftet von einer feindlichen Partei der Herren und Gutsbesitzer; weil aber die Stadträte eine Warnung erhielten und Vorsichtsmaßregeln trafen, konnten die Widersacher nicht dazu gelangen, bis an diesem Tage, wo die aufgewiegelten armen Leute und die Jugend zum Raube sich anstellten. Man sollte jedoch bedenken, daß (wenn es ihnen gelungen wäre) die Juden zu berauben, so hätten sie kaum die Klöster in Ruhe gelassen, weshalb die Prager den König gegen sich aufgebracht hätten. Sie hätten gewiß auch die Kaufmannsläden geplündert, und da hätten die Prager nicht allein die Kaufleute, aber auch den Kaiser gegen sich aufgebracht. Qott hat es aber verhütet. (Tomek, Gesch. d. Stadt Prag X, — B.-Dv. I.-345.) 1514 (931) Mittwoch am Tage der hl. Cäcilie führten sie drei Verbrecher zur Horskä bräna (Kuttenberger Tor am Ende der heutigen Hyberngasse) heraus. Und dort wurden sie hingerichtet, weil sie im Zmrzlikischen Hause gegenüber der Kirche St. Jakob auf der Altstadt einige Leute ermordet und vergraben haben. Die Sache wurde durch einen Juden, welchen sie gleichfalls (umbringen und) vergraben wollten, verraten. (Es folgt hier die Beschreibung der schaurigen Exekution, bei welcher das ganze Arsenal des hochnotpeinlichen Halsgerichtes, der Folter und des Hinrichtens in Aktion kam.) 1519 (956) Es war eine Versammlung beider Gemeinden, jede an ihrem Rathause. Es sprach Mag. Jan Passek „über das Verhalten der Juden", auch wegen der gefälschten Münzen sprach er, die jene nicht (in Kauf) nehmen sollten, (Es folgten weiters die Beschwerden über die Bäcker und deren Unredlichkeiten im Gewerbe.) „Darauf faßte die Gemeinde den Beschluß, daß die Juden ausgewiesen werden sollen. Auch wurde der Deutschen, die hier in Miete sind („näjemnici") gedacht, welche die Stadt (-rechte) benützen, trotzdem ihnen solche nicht zustehen, auch der Hökerinnen (hokyne"), daß ihrer zu viele sind. 1516 (961) Samstag vor Neujahr („pfed bozim kftenim") wurden ein Jude und einige Christen gefoltert, wegen (der von ihnen in Umlauf gesetzten) falschen Münze. Von diesen Fälschern starb infolge der harten Folter („velmi zträpeny") einer. Freitag am Tage 180

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