Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 177

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 177 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416684--0515-2417235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

verfertigte Giftpulver; alle diese Weiber wurden verbrannt Bei ihrem peinlichen Verhör schmierten sie („zmazali") noch andere hundert Weiber an. (Wahrscheinlich durch die Folter erzwungene Bekenntnisse der Mitschuld). 1501 (683) Zu der Zeit gab es im Volke einen großen Brotmangel („zädava od chleba"), so daß einer dem andern im Vorbeigehen das Brot mit Gewalt erpreßte, namentlich taten dies die Christen den Juden, wo sie nur konnten. 1504 (711) Freitag nach der Taufe des Herrn wurden in Strakonitz zwei Juden verbrannt, Brüder; auch vordem eine Jüdin, ihre Mutter, eines Kindleins wegen, dessen Blut sie abgezapft und so das Kind vernichtet haben. (Hierüber auch im Histor. Kalender D. A. z Veleslavina 1590 Fol. 8; auch B.-Dv. I 322.) 1504 (713) Vor St. Antonius öffnete sich vor Tagesgrauen der Himmel, was viele Leute beobachten konnten. Hernach sah man drei Regenbogen westwärts der Sonne, der mittlere stand mondähnlich, die Kante nach oben gerichtet. Dies haben viele Leute in Prag am Tandelmarkt am Tage der hl. Dorothea beobachtet. 1606 (736) Mittwoch nach Frohnleichnam zur zwanzigsten Stunde in der Flasnefskä ulice (d. i. die heutige Brenntegasse), wurden mehr als 20 Häuser beiderseits der Gasse, bis zur Vladislavgasse, welche früher „der Judengarten" hieß, eingeäschert, die Juden halfen zumeist beim Löschen dieses Brandes; selbst der Scharfrichter; dieser betätigte beim Löschen eine eigenartige Kunst, doch dies alles half nichts. (Dieselbe Nachricht bei Tomek, Gesch. d. Stadt Prag, X.) 1507 (753) Die Gemeinde wurde für den Tag nach der hl. Dreifaltigkeit zum Rathause einberufen; hier wurde ihr eröffnet, daß Sr. M. der König zufolge der Bitten aller drei Stände die Gnade erteilt hat, daß die Juden aus Böhmen, Mähren und Schlesien abgeschafft werden sollen; also wurde ihnen allenthalben der Aufenthalt gekündigt mit dem Befehle, daß sie sich binnen Jahresfrist hier freistellen, ihr (unbewegliches Gut, Häuser etc.) abverkaufen und Prag verlassen sollen, so daß ein Jahr vom hl. Geist gerechnet (kein Jude hier sein solle). Und wer ihnen „fedrunku" (Fürbitte) geben und sich dessenungeachtet für sie verwenden sollte, der soll mit ihnen hinaus. 177

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.