Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 175

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 175 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416684--0513-2417233
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

daß sämtliche Juden seiner Länder mitsamt ihren Frauen und Kindern und all ihrer Habe auswandern sollen. 1445 (409) In diesem Jahre fiel der erste Pessachabend mit Charfreitag zusammen; es war dies der XXII. Tag des Monates März. Nach dem Umzüge gab es in Königgrätz ein Hochwasser, daß alle Brücken und Mühlen eingerissen und einen großen Schaden verursacht hatte. 1448 (468) (betrifft die Einnahme Prags durch Georg v. Podiebrad.) „Und als (Georg) schon beim Altstädter Rathaus stand, floh Hanus von Kolovrat aus dem Hause der mährischen Markgrafschaft, woselbst er als Hauptmann residierte.* Er floh mitsamt seinem Hofstaate durch die Hinterpforte durch die Judenstadt und entwich auf (die Burg) 2ebrak. (In der Anmerkung:) „Viele schrieben ihm die Beraubung der Juden zu, daß er auf seiner Flucht vier Lastwagen voll von Juwelen weggeführt haben soll. Ihr sollet wissen, daß ihm dieser Raub zu Unrecht angerechnet wird, da er kaum Zeit zur Flucht hatte und nur mit Not auf einem einzigen Wagen der Gefangenschaft entwich. Darum, wer immer solches von ihm behauptet, glaubet ihm nicht. Nur einer seiner Beamten hat einem der Räuber, welche die Juden schätzten, ein Fäßchen mit vier Häuten („blänami") auf dem Wege zur Verzehrungssteuer erpreßt und einem andern ein Buch entwendet. Doch die Prager Gemeinde (der plündernde Pöbel wird hier „Prager Gemeinde" genannt!), wurde durch dieses Getöse aufgerüttelt, überfiel die Juden und plünderte sie. (Balbin: o 2idech, Tomek: Dejep. m. Praha IV.-169.) 1461 (541) In diesem Jahre rebellierten die Wiener gegen ihren Herrn und Kaiser Friedrich. Es war dies sicherlich kein kriegerisch gesinnter Kaiser, aber weil er die Juden liebte und mit ihnen des öfteren disputierte, auch weil er ihre Wuchergeschäfte benützte, wie man von ihm hört." (Es folgt hier die Nachricht über die Hilfe, welche ihm G. v. Podebrad leistete, aber) „dieser Kaiser hat die Wohltat nicht mit Gutem, jedoch mit Bösem vergolten". 1483 (621) (Eine lange Schilderung des Kongresses jener „unter beiderley Gestalt" in Prag) am Montag, nach St. Peter u. *) Dieses Haus bestand im Ghetto bis zu dessen Assanierung. Es war ein stattliches Gebäude mit einem großen Hofe und hieß im Volksmunde „Hejtmansky dvür" („Hauptmannshof"). 175

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.