Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 3 (März 1932)
- Date
- 1932-03-01
- Page
- Seite 174 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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genügend gewürdigt. Einige wenige Stellen fanden — recht unvollständig — Aufnahme im Werke Bondy—Dvorsky „Beiträge zur Geschichte der Juden in Böhmen". Bei einem Gesamtumfange, von 524 Seiten des Werkes finden sich nicht weniger als 45 Stellen, die jüdische Geschichte der Juden betreffend* vor. Es sind daher die „Stare letopisy ceske" eine für die jüdische Geschichtsforschung überaus wichtige Quelle und sie seien hier deshalb zusammengestellt. 1389. (10) Zu Weihnachten d. J. 1389 war in Prag ein großer Judenpogrom auf der Neustadt. Es ging ein Priester zur Vesperzeit mit dem Leib des Herrn und die Juden bewarfen ihn — („loucili") — mit Steinen, so daß ihm die Monstranz aus den Händen fiel. Es wurden die einen erschlagen, die andern verbrannt. (B.-Dv. I.—170) 1420 (81) Am Ostermontag errichteten die Prager einen Graben. Diese Arbeit dauerte fünf Tage; der Graben zog sich von der Neustadt zum Vysehrad. Es arbeiteten die Geistlichen, die Schüler, Jungfrauen und auch die Juden mit. Die Prager besetzten den Berg „na Slovanech", ferner den St. Apolinarius bei der Kirche der Mutter Gottes am Boticflusse. Der Vysehrad war stark besetzt (von dem ihnen feindlichen Heere Joh. Zizkas). (B.-Dv. I.—208) 1422 (118) fiel der ungarische König Sigismund neuerdings in Böhmen ein: (in weiterer Schilderung): (die Heere Siegmunds) flohen über den Fluß Säzava; hier brach das Eis^unter ihnen ein, so daß viele ertranken. So wurden hier vor der Stadt neun Schock Wagen vorgefunden, die voll bepackt mit den verschiedenartigsten Waren, mit jüdischen und christlichen Büchern hochbeladen standen; deren gab es hier so viele, daß drei Leiterwagen („fasunky") sie nicht aufnehmen konnten. 1422 (120) Montag, nach dem Sonntag Reminiscere wurde der Priester Johann aus 2eliv, Mönch des Premonstratenserordens geköpft. Er war Prediger an der Kirche Maria-Schnee (es folgt hier die Beschreibung des Beginnes der Hussitenwirren in Prag u. zw.): „dann schlug (das Prager Volk) auf die Juden los und plünderte alles. Und als sie dort (in der Judenstadt) nichts mehr zu nehmen haften, ging es gegen alle Kollegien (der Hochschule), wo sie alle Bücher der Magister und anderer gelehrten Männer zerrissen und vernichteten. (B.-Dv. I.—211.) 1440 (120) In diesem Jahre befahl der Markgraf von Meißen, 174