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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 168

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 168 (sequence 6)
Language
German
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mit jüdischen Lehrern besetzte Schule, auf ihre Kosten zu errichten. Die hohen Schulen zu besuchen, war ihnen erlaubt. Auch der Verfasser dieser „Lebens- und Regierungsgeschichte Josefs IL" (IL Bd. S. 163) gibt zu, daß sie aus dem allgemeinen „Duldungssyst-- me" ausgeschlossen waren, aber es sei doch auf Josefs Geheiß sehr viel getan worden, „sie durch Verbesserung ihrer bürgerlichen Zustände, ihrer Bildung und Sitten, zu einer einstigen vollkommenen Emanzipation vorzubereiten". Den Protestanten wurden Bethäuser erbaut, den Juden wurden die jura civitatis gewährt und durch Schulbildung, durch Aufklärung sollten sie auf eine höhere Stufe erhoben werden. Keine Juden- und Protestantenverfolgungen gab es mehr in Österreich. Am 27. Jänner 1782 reiste Papst Pius VI. selbst nach Wien, um den Kaiser zu bitten, seine kirchlichen Reformen rückgängig zu machen. Dieser umgekehrte Gang nach Canossa war vergeblich. Im Gegenteil, die Reformen des Kaisers, so gebot es sein autoritatives Wesen, sollten schnell durchgeführt werden. Auch, was die jüdischen Schulen betrifft. Ist es nun wirklich wahr, was die Gegner der Juden behaupteten, daß die Juden für die Emanzipation noch nicht reif waren? Fast schien es, als ob Josef den Juden den Weg vom Cheder (der Ghettoschule) zur Normalschule weisen wollte. Nicht bei der unvorbereiteten Masse der so Beschenkten fand er Würdigung, sondern bei den Jüngern Mendelssohns, und unter diesen trat Hartwig Wessely besonders hervor. Er (geb. 1725 in Hamburg), bekannt als hebräischer Dichter — sein Gedicht die „Moseide" sang er Klopstocks „Messiade" nach — und Lehrer, trat als begeisterter Vorkämpfer für die Verwirklichung der Idee des Kaisers, den Juden eine Normalschule zu geben, in der sie neben dem Hebräischen auch Deutsch lernen sollten, kräftig auf. R. Jecheskel Landau in Prag hatte ein Sendschreiben an die jüdischen Gemeinden Österreichs „Worte der Wahrheit und des Friedens" gerichtet, legte den „Frommen", die sich der kaiserlichen Schulreform widersetzen wollten, die Bedeutung des Jugendunterrichtes und der allgemeinen Bildung vom Standpunkte des Talmud vor, der für sie allein maßgebend war. Er gebrauchte auch einige ihm sehr verübelte talmudische Kraftwörtchen. Die Gegner wollten von der „Berliner Religion" nichts wissen, verketzerten ihn so, wie Mendelssohn. In Lissa, 168

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