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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-03-01 · 3 (März 1932) · p. Seite 167

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
3 (März 1932)
Date
1932-03-01
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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so werden dieselben hiemit geändert; insofern es die Verschiedenheit der Zeit und Umstände nötig machen." Es wurde bereits angeführt, daß das Toleranz-Edikt durchaus keine Aufhebung aller Beschränkungen bedeutete, unter denen die Juden lebten. Im Gegenteile. Die in dem Edikte ausgesprochene Ausschließung der Juden von jedem Grundbesitze, gegen die sie noch bis tief ins 19. Jahrhundert hinein zu kämpfen hatten, widerspricht den zu agilen Zeiten von den Juden besessenen Rechten. Anderseits werden sie nach § 16 des Patentes ermahnt: „Da sie in Beziehung auf ihre Nahrungswege und den Genuß der häuslichen Bequemlichkeiten anderen fremden Religionsverwandten beinahe gleichgestellt wurden, so werden sie auch zur genauen Beobachtung aller politischen und gerichtlichen Landesgesetze angewiesen." Nirgends findet sich in dem Toleranzedikte ein Wort, daß die Juden vom Staatsdienste ausgeschlossen seien, es wird aber auch keines angeführt, das ihnen die Aufnahme in diesen gestatte. Die Juden sollten als „Nebenmenschen" geachtet und alle Ausschreitungen gegen sie vermieden werden. Der die Juden schändende Leibzoll wurde aufgehoben. Von der Aufenthaltsbeschränkung der Juden wurde bereits gesprochen. Selbst in Wien wurden sie nur für ein Schutzgeld (Toleranz) zugelassen. Eine öffentliche Synagoge hatten sie in dieser Stadt nicht. Aber den jüdischen Adeligen — es gab solche, ich erwähne nur die Familie Eskeles und Arnsteiner —• sowie anderen hervorragenden Juden, gestattete Josef, nach dem Edikt vom 2. Jänner 1782, einen Degen zu tragen. Klopstock und der jüdische Dichter und Gelehrte Hartwig Wessely (Herz Wesel), von dem gleich mehr zu reden sein wird, waren es, die ihn, ob seines Ediktes dichterisch verherrlichten. Und nun, worin liegt die höchste Bedeutung des Toleranz-Aktes? Es klingt ganz im Geiste der Zoit, die trotz des Aufklärungsgedankens tief in Vorurteilen steckte, wenn es in einer Lebensgeschichte Kaiser Josefs (der Verfasser is* nicht bekannt, weil nicht genannt) heißt, man hätte den zur Zeit noch unwürdigen Juden keine unumschränkte Duldung gewähren können. Es blieb bei der alten Ordnung, welche ihnen verbot, eine Gemeinde aufzumachen (sie), öffentliche Gottesdienste zu halten. Seltsame Logik! Und jetzt hören wir von der Vergünstigung, die ihnen das Edikt bot. Es war ihnen bewilligt, für ihre Kinder, eine eigene, norma lmäßig eingerichtete, 167

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