Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 148 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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daß er sich an die ersten Familien des Landes halten kann, war er sich „meschaddech" (= verschwägerte er sich) mit Abraham, dem Primator von Prag, dessen Sohn Elieser er seine Tochter zum Weibe gab. Abraham, Sohn des in Przemysl seinen ärztlichen Beruf ausübenden Naftali Hirz Dettingen (die Juden hatten damals Zunamen, die zumeist von ihren ehemaligen Wohnorte hergenommen waren), nahm seinen Wohnsitz in Lichtenstadt, nach welchem Ort er nunmehr benannt wurde. Er wohnte später in Prag und er ist vielleicht derselbe Abraham Lichtensstadt, der nach einer Urkunde im Jahre 1657 bei der Regierung einschritt und es auch erwirkte, daß in den Prager Vorstand Ehrenmänner kämen, die keine Bestechung annehmen. Nun hat es in Prag freilich auch einen andern Abraham Lasch gegeben, der im Jahre 1695 gestorben ist und der auf seinem Grabsteine als „Parnes"1) und „Schtadlan"2) bezeichnet wird; da er jedoch als Sohn des ebenfalls vornehmen Menachem Mendel Lasch bezeichnet wird, so kann er mit dem Primator nicht identisch sein; er war eher dessen Großvater. Der Primator Abraham Lasch verheiratete seine Tochter an Rabbi Phöbus Lichtenstadt, der als Rabbiner von Kolin und Bunzlau bekannt ist. Das Merkwürdigste aber, was wir von den Lasch hören, kommt zu unserer Kenntnis aus einem Grabstein zu Ofen (Budapest) in der Türkenzeit. Da wurden im Jahre 1886, eben 200 Jahre nach dem Abzug der Türken aus Ofen, im ehemaligen Jesuitenkloster, das hart an der Matthiaskirche in der „Festung" liegt, infolge von Neubauten die Trümmer von mehreren jüdischen Grabsteinen gefunden, die in jenem Kloster verbaut gewesen waren. Sie rühren von dem jüdischen Friedhof in Ofen her, der im Belagerungsjahre 1686 zerstört worden war, aus dem Grunde, weil das Brandenburger Hiifsheer dort seine Batterien aufgestellt hatte. Ein zum Vorschein gekommener Grabstein, der zum Glück nur in zwei Teile gebrochen, sonst aber gut erhalten war, kündet uns nun den Ruhm eines nach Ofen verschlagenen Mitgliedes der Familie Lasch. Unter jenem Grabstein hatte die im Spätsommer 1672 verstorbene Frau Freidl, Gattin des Leb . . . Lasch geruht. Sie war die Tochter des David Aus (d. i. Aussee in Mähren), eines ge- ]) Vorsteher. — -) Fürsprecher. 148