Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 149 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2416673-2416680-2416683--0484-2417203- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
lehrten M-annes, heiratete ganz jung den Leb . . . Lasch, dessen Namen wir nicht ganz kennen, weil sich im Stein ein Bruch findet. Ich vermute, daß an der fehlenden Stelle „Levite" gestanden hat, weil die Laschs Leviten waren. Aus den Titeln, die diesem Manne, noch bei Lebzeiten, gegeben werden, ist zumindest soviel ersichtlich, daß er gelehrt und wohlhabend war. Er ließ seiner im ganz zarten Alter verstorbenen Frau einen Grabstein setzen, der von der Schablone sehr abweicht. Auf dem halbbo^enförmig o o gestalteten oberen Teil des Steines waren drei Rosen gemeißelt, die eine in der Mitte des Bogens, die anderen zwei zur Seite desselben. Um die ganze Fläche des Steines lief ein Kranz, auf dem, gleichsam wie auf Kranzschleifen, die Namen und der Charakter der Verstorbenen und ihres Mannes eingetragen waren. Man muß danach annehmen, daß Leb Lasch etwas auf Kunst hielt und seine ihm so schnell entrissene junge Frau in der Blumen- und Kunstsprache betrauerte. Er pries seine Frau, was übrigens bereits zur Schablone gehört, als „die Krone" ihres Mannes, doch auch als eine, die „in Weisheit ihren Mund auftat", viele Tugenden besaß und die Armen jederzeit unterstützte. Die Schicksale des Leb Lasch weiter zu verfolgen bin ich nicht in der Lage. Einen Elia ben Abraham Lichtenstadr, dessen Gelehrsamkeit sehr gerühmt wird, finden wir in den Jahren 1721—1742 in Eisenstadt tätig, und der in diesem Zusammenhange darum nicht fehlen soll, weil er der Urenkel eines Mannes war (des Abraham Spitz aus Wien — der ewige Wechsel des Ortsnamens: hier Spitz, dort Lichtenstadt, darf uns nicht beirren), der in den Jahren 1680—1684 die armen jüdischen Flüchtlinge und Gefangenen aus dem belagerten Ofen wahrhaft fürstlich unterstützt hatte. Es bleibt anderen überlassen, hier die Familienzusammenhänge ausfindig zu machen. Des Elia zweite Frau war Bella, eine Tochter des mährischen Landrabbiners Gabriel Eskeles. Ihrer beider Tochter Rosa war an Jupsa Gokesch aus Frankfurt a. M. verheiratet, so daß wir dadurch einen weiteren Ausblick auf die Verbreitung dieser Familie gewinnen. 149