Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 146 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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tigkeit verschaffte ihm bald einen ersten Platz in der Wiener Geschäftswelt. Im Jahre 1804 wurde er Inventur- und Schätzungskommissär und zwei Jahre später Gemeindevorsteher und Armenbezirksdirektor. Viele Unternehmungen verdankten ihm ihr Entstehen. Im Jahre 1835 wurde er wegen seiner großen Verdienste um die Volkswirtschaft in den Adelsstand erhoben und durfte von nun ab den Namen „Edler v. Hofmannsthal" führen. Kaiser Ferdinand überreichte ihm bei dieser Gelegenheit einen Brillantring als Geschenk. Auch auf der Höhe des Lebens, als er mit Glücksgütern reich gesegnet war, blieb Edler v. Hofmannsthal ein einfacher, hilfsbereiter Mensch. Er war vielen aufstrebenden Talenten ein warmer Förderer. Als er im Jahre 1839 seine goldene Hochzeit feierte, suchten ihn Abordnungen der von ihm geförderten Stiftungen auf. Er zeigte ihnen ein Bild des Dorfes Prostibor mit der elenden Hütte, »in «der er das Licht der Welt erblickt hatte, indem" er die weisen Worte sprach: „Es war ein weiter Weg von meinem Heimatsdorf bis zu diesem Palast. Der Mensch muß das Ziel, das er einmal für richtig erkannt hat, jederzeit verfolgen und zur Erreichung desselben vieles tun, was augenblicklich keinen Nutzen bringt, jedes Streben findet seinen Lohn!" Edler v. Hofmannsthal erreichte ein Alter von neunzig Jahren, er hatte unter sechs Kaisern gelebt, war zweiundsechzig Jahre verheiratet und hinterließ dreizehn Kinder. 146