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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 145

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 145 (sequence 59)
Language
German
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Der Urahne Hugo von Hofmannsthals. Von Hermann Blamenthal, Wien. J. L. Hofmann, der Urahne des Dichters Hugo v. Hofmannsthal, spielte im vormärzlichen Wien eine große Rolle und seine Lebensgeschichte liest sich wie ein spannender Roman. Es ist das Emporsteigen eines Mannes aus den ärmlichsten Verhältnissen zu Glanz, Ansehen und Reichtum. Er wurde am 15. Juni 1759 im Dorfe Prostibor im Pilsener Kreis geboren. Frühzeitig verlor er den Vater. Die Gemeinde nahm sich des Waisenknaben an und ließ ihn in allen Wissenschaften unterrichten. Als der Knabe das dreizehnte Jahr zurückgelegt hatte, brachte ihn seine Mutter nach Prag, damit er seine Studien fortsetze. Da er das Reisegeld nicht erschwingen konnte, war er genötigt, den weiten Weg zu Fuß zurückzulegen. Um das Schuhwerk zu schonen, ging er barfuß. Das Lehrgeld brachte seine Mutter in der Weise auf, daß sie dem Lehrer einen Dukaten übergab, den sie als liebes Andenken an einem Bande am Halse trug. Jetzt bekommt das Schicksal J. L. Hofmanns Ähnlichkeit mit dem Moses Mendelssohns; es ist das Schicksal des begabten, armen Knaben, den die Lernbegierde alle Leiden ertragen läßt. Hofmann macht in Prag denselben Kampf durch, wie Mendelssohn in Berlin. Nach einigen Hungerjahren nimmt ihn der reiche Handelsherr D. B. Königswart als Erzieher seiner Kinder auf und nun ist Hofmann auf dem Wege, sein Glück zu machen. Königswart findet Gefallen an dem jungen Mann und stellt ihn bald darauf als Sekretär des Tabakkonsortiums an, dessen Gesellschafter er ist. Hofmann führt eine Zeitlang die Geschäftsbücher der Firma und als deren Sitz nach Wien verlegt wird, erhält er den Titel eines Geschäftsführers. In der Residenz bietet sich ihm als Leiter des Konsortiums ein weiteres Tätigkeitsfeld. Als Königswart im Jahre 1787 starb, hinterließ er seinem treuen Mitarbeiter tausend Gulden und ein Jahr darauf heiratete Hofmann die Enkelin seines Chefs. Er etablierte sich als k. k. priv. Großhändler und seine Tüch- 145

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