Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 138 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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nigin) Gelder, über welch letztere noch vielfach die Rede sein wird,» waren am Anfange des erwähnten Jahrhunderts im allgemeinen Gebrauche. Das Reparations-Komitee der Frühjahrs- und Herbstquartalsteuer tagte gewöhnlich an den Halbfeiertagen des Pessach- und Sukkotfestes. Diese Tagung machte der Umstand notwendig, weil eine große Anzahl unserer hiesigen Altvordern, das ganze Jahr hindurch, in den entferntesten Gegenden des Landes mit verschiedenen Waren Hausierhandel trieben, der sie nur 2mal im Jahre, auf längere Zeit, zu ihren Familien heimkehren ließ. Die finanzielle, wirtschaftliche Lage schien damals, während dieses Zeitraumes von 46 Jahren, einen bedeutenden Aufschwung genommen zu haben, mit welchem sich aber auch die Ausgaben der Gemeinde in auffallender Weiste vermehrten. So begegnen wir im Jahre 1765 — in welchem Jahre anstatt der damals gebräuchlichen hebräischen Zahlen die Anwendung gewöhnlicher Ziffern eingeführt wurde — ein Kultusgemeinde-Budget von 832 Gulden Wiener Währung und 15 Kreuzern, während dieses 43 Jahre früher, also 1722, beim Anlegen des ,,neuen Steuerbuches", bloß 264 Gulden Wiener Währung betrug, trotzdem die Zahl der steuerzahlenden Mitglieder während dieses Zeitraumes von 40 nur auf 66 gewachsen ist. b) Sonstige Einnahmsquellen. 1. Gabella (Fleischkreuzer), 2. Ausschließliches Wein- und Bierschankrecht. 3. Branntwein- und Salzverschleiß. 4. Rauch- und Scnnupftabakverkauf. 5. Häring- und Stockfischhandel. Die Kultusgemeinde besaß 2 eigene Fleischbänke, welche sowohl für koscher als auch für trefe Fleischausschrotung diente*:. Die Fleischausschrotung wurde seitens der Kultusgemeinde alljährlich verpachtet. Der größere Teil dieses Pachtschillings wanderte ins Rentmeisteramt, zu Gunsten der Schutzherrschaft, der kleinere Teil hingegen, wurde der Kassa der Kultusgemeinde zugeführt. Im Jahre 1801 betrug dieser Pachtschilling 959 Gulden W. W.,. welcher in Folge rapider Gebührenerhöhung nach Verlauf von 17 Jahre«, ::!co im Jahre 1818, den Höhepunkt von 2500 Gulden W. W. erreichte. Die Fleischsteuer war hoch, indem jedes Pfund Rindfleisch mit 3 Kreuzern besteuert war, während für eine Gans in jedem