Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 125 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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das. vorhergehende "DpjS" -Buch soviel, oder gar mehrere frühere Jahrgänge vereinigte. Das „neue Buch" wurde somit Johanni, Ende Juni, 1722 neu angelegt. Die Vierteljahr-Besteuerung dürfte deshalb nach den bürgerlichen Quartalen erfolgt und vorgeschrieben worden sein, weil das an das Rentamt der schutzbietenden Herrschaft zu zahlende jährliche Schutzgeld offenbar pro Quartal des bürgerlichen Kalenderjahres abgeliefert werden mußte. Da — wie weiter ausgeführt werden soll — ein neuer vom 1. Januar 1722 datierter und in Kraft getretener Schutzbrief die Pflichten und Rechte der jüd. Gemeinde regelte, wurde ein neues Buch im Juni 1722 angelegt, dessen Steuerrubriken mit Neujahr begonnen und geendet haben. H. Entwicklung, Einnahmsquellen und Steuerzahler der jüdischen Gemeinde zu Stupava 1722—1768. Am 9. August 1903 feierte die prachtvoll schöne Synagoge der jüd. Gemeinde Stupava die 100. Jahreswende ihrer Einweihung, auf welche zurück zukommen, sich noch vielfach Gelegenheit bieten wird. Bei diesem feierlichen Anlasse, überreichte Herr Antal v. Hoffmann, kön. Rat u. Ritter des Franz-Josefsordens, als Vertreter der noch gegenwärtigen Kärolyschen Grundherrschaft, der jüd. Gemeinde Stupavas, als sinnige Erinnerung, einen Schutzbrief vom Jahre 1722, der von Seite der jüd. Gemeinde Stupavas, als Gegenstück, vom damaligen Judenrichter Sanvil Geiringer, gefertigt war. Dieser Original-Schutzbrief ist am Jubiläumstage, im Taumel der Feierlichkeiten, auf unerklärlicher Weise abhanden gekommen. Wie groß war nun unsere Freude, im Bratislavaer „Jüd. Familienblatt" iiach 28 Jahren, zu sehen, daß sich das von der Pälffyschen Herrschaft gefertigte Gegenstück des Schutzbriefes vom Jahre 1722, noch im Besitze des städt. Archivs in Bratislava befindet. Wir sind Herrn Dr. Max Schay, New York, für die mit Randglossen versehene Veröffentlichung dieses historischen Dokumentes dankbar. Als Kommentar zu den in diesem Kapitel folgenden Schilderungen, wollen wir mit Erlaubnis des Entdeckers und Herausgebers dieses Schutzbriefes, diesen hier vorerst im Wortlaute mit dessen Fußnoten, unmso eher folgen lassen, da sich die Ausfolgung dieses Schutzbriefes vom Januar 1922, mit dem oberwähnten neuangelegten ntHH DjMfc/ vom „Johani"-Juni, desselben Jahres, deckt, und dieses „neue Buch" tatsächlich nur 40 Familien aufweist. 125