Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 120 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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eines von Uns habenden freyen Pass bey würcklicher und ernstlicher unausbleiblicher Straff, nit finden, noch betretten lassen sollen. Welchem dan sie Juden, nach zu kommen und sich Selbsten vor Schaden zu hüeten wissen werden." Dieser Befehl bezog sich nur auf die Stadt, wo die Juden seit 1526 nicht mehr geduldet werden, jedoch von dem Schloßgrunde, der seit 1599 in dem Besitze der Graf Palffy'schen Familie war, konnte sie auch der Gouverneur Ungarns nicht abschaffen. Da die Juden trotz dieses Befehles weiter am Schloßgrunde blieben, ersucht die Stadt den Grafen Johann Palffy, die Juden von seinem Grunde abzuschaffen (ibidem p. 190). Das zweimalige Ansuchen des Stadt um die Vertreibung der Juden knapp nach dem Aufhören des Wiener Ghettos läßt schließen, daß die Judenansiedlung am Schloßgrunde, eben durch Wiener Exulanten vergrößert wurde, gegen deren Handel sich die städtischen Kaufleute schützen wollten. Nun ist die Frage zu beantworten, welche Familien es waren, die aus Wien nach Preßburg kamen? Im städtischen Archive (Lad. 35, Nr. 147a) ist ein Paß für „zweyen Pragerischen Juden, Namens Marx Wenzel und Simon Perlhöffter, welche alhier bey der königlichen Hungarischen Cammu*- in gewissen geschäften zu thuen und zu verrichten haben." (1673, 30. September.) Diese beiden waren Wiener Exulanten, ersterer wird bei Schwarz. „Das Wiener Ghetto" auf p. 220 und p. 250 als Hausbesitzer genannt, letzterer gehörte einer in Wien und Prag angesehenen Familie an. (Er kann mit dem bei Schwarz p. 223 genannten Samuel identisch sein, bei Hock: „Die Familien Prags", ist nur ein Salinen, der mit Simon identisch sein könnte, verzeichnet.) Ob die beiden hier genannten sich am Schloßgrunde ansiedelten, läßt sich nicht nachweisen. Durch die Grabsteine des alten Friedhofes ist es mir gelungen, Wiener Exulanten zu finden. Es waren sicher noch mehr Wiener Familien hier, da aber der Friedhof erst im Jahre 1696 eröffnet wurde, fehlen aus der ersteren Zeit die Grabsteine. In erster Reihe soll hier der erste Rabbiner der Gemeinde^ bn btr^rv yrnzz ]üvh sie dt *m cniKrjnes -nunei *m nsruoB genannt werden. Sein Vater Rabbi Asriel bekleidete in Wien die Stelle des zweiten Rabbiners. (Zur Familie Vgl. Wachstein: Inschriften des Wiener Friedhofes Bd. I, p. 370.) Durch einen Grabstein 120