Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 121 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2416673-2416680-2416683--0456-2417175- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
.konnte ferner die hier lebende Familie Spira, als aus Wien stammend festgestellt werden. Die Inschrift dieses Grabsteines lautet: '»nie-VjtT in TTine p »rrttp ^kivttt sfjVMtrt lT3-s-j-n p«fis -i3?n '3"x dt itAisfr -far» (Wolf starb am 10. Tischri 5474 1713) "Wölf Spira, der ein sehr hohes Alter erreichte, wie dies aus dem Wörtchen tP'WH hervorgeht, war ein Sohn des in Wien im Jahre 1635 verstorbenen Rabbi David Dajjan ben Reb Wolf Spira aus Prag (Vgl. Wachstein I. 167 fg.) Auch ein Sohn des Wolf lebte im hiesigen Ghetto. Hirsch Spira war oft der Judenrichter (Rosch Hakahal), so im Jahre 1709. Er nahm auch an der im Jahre 1696 erfolgten Gründung der Chewra-Kadischa teil. Sein Name begegnet uns, von 1688 beginnend, oft in den Protokollen der Stadt Preßburg. In dem Gerichtsprotokolle wird er in einem Prozesse als Vertreter seines Schwagers Naphtali Brandeis aus Prag genannt (1690, p. 225. Vgl. auch Hock, p. 381 Nr. 2091.) Hirsch Spira's Grabstein ist bei Weisz: „Avne bet hajozer" Nr. 43 mitgeteilt. Endlich finden wir noch eine dritte Familie, die gleichfalls aus dem Wiener Ghetto stammte, die Familie Herlingen. Jekutiel Herlingen war gleichfalls einer der Begründer der Chewra-Kadischa. In den Gerichtsprokollen der Stadt wird er seit 1696 einigemal genannt. Er starb im Jahre 1740, in sehr hohem Alter. Auf seinem Grabsteine heißt es unter anderem: b$ jrpn ^nwöö prSnr? bxv t'ttt p ^KTnp^nrn ♦ ♦ ♦ ♦ ysw }pr vay (Zur Familie vgl. Wachstein I., p. 430 und Schwarz p. 219 u 233.) Nachdem vorläufig nur 85 Grabsteinabschriften veröffentlich sind, weitere 140 Grabsteine habe ich selbst kopiert, so ist es möglich, daß die übrigen Steine (fast 1000) uns noch so manches offenbaren werden. Im letzten Dezenium des XVII. Jahrhunderts wurde endlich die Gemeinde gegründet. Rabbi Lipmann, dessen Grabstein bisher noch nicht aufgefunden wurde, approbiert am 22. Sivan 445 (== 1695) als Rabbiner von Preßburg, Wajakhel Moscheh, des Moscheh b. Menachem aus Prag. Auch eine Synagoge hatten sie am Zuckermandel, "bald nachher, wurde eine zweite am Schloßgrunde eröffnet. Endlich erhielten sie von der Stadt auch einen Begräbnisplatz neben der Donau. Am Beginn des XVIII. Jahrhunderts, wohnten schon 40—50 121