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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 114

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 114 (sequence 28)
Language
German
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übliche Spende für die armen Leute und den Gottesacker in der Höhe von 100 Gulden entrichten mögen, wozu sich aber die Witwe mit ihrem Sohne nicht verstehen wollte. Doch ließen sie durch den Mund ihres Bevollmächtigten Isak Brandeis, weil sie selbst der Trauer wegen dermalen nicht auf die Gasse gehen dürften, erklären, sie wollten, was das Judenrecht ihnen künftig auferlegen werde, dulden, und von den demnächst einkommenden Geldern richtig machen. Aber Isak Sachs legte noch am selben Tage auf alle ausstehenden Gelder des Verstorbenen die Hand, damit nichts davon der Witwe und den übrigen Erben ausgefolgt werde, ehe dem Judenrecht Genüge geschehen. Von ihm ist auch die Abschrift eines Briefes vom 26. August 1650 an einen Kaufmann in S. Annaberg •erhalten, worin er sich „Isak Sachs oder Braunschweiger Jud" unterschrieb. Er teilte seinem Geschäftsfreunde mit, daß er mit samt den anderen Juden habe von Kaaden wegziehen müssen, und trat ihm als Abschlagszahlung auf eine restliche Schuld eine Forderung von 6 Rchst, die von seinem Schwiegervater Feistl J. auf ihn übergegangen war, ab. Der Schwiegervater des Isak Brandeis, Isak der Ältere, scheint nur zeitweilig in Kaaden wohnhaft gewesen zu sein, obwohl er un- ^ähligemale hier, hauptsächlich in Geldsachen, vor Gericht stand; gewöhnlich heißt er Isak der Ätere Jud von Bielenz, einigemale, 1620, 1628, 1633 und 1636, auch „von Eidlitz". Durch 20 Jahre von 1619 an läuft sein Name durch die Amtsbücher, zwischen dem 3. und 6. Mai 1639 ist er hier gestorben; seine Gattin hieß Rachel, eine Tochter Egela, Söhne werden zwei genannt: Sambson, in dessen Abwesenheit er 1636 und 1637 Schuldengelder für ihn einhob und ein jüngerer Sohn Joseph. Ein Kaadner Schloßhofbesitzer hatte 1626 von Isak d. Ä. 250 Schock Geldes geliehen; als er 1631 starb, wollte sich Isak an seiner Verlassenschaft schadlos halten, doch konnte er seine Ansprüche nicht durchsetzen und hinterließ die Notwendigkeit, durch einen langwierigen Prozeß die Schuld einzutreiben, seinen Erben, welche erst 1648 durch ein Appellationsurteil zu ihrem Ziele gelangten. Der Rechtsanwalt, der ihre Sache vertrat, war der kaiserliche Notar Jakob Otto, der Ahnherr der Kaadner Patrizierfamilie Otto von Ottlilienfeld, der für seine „in dieser kundbaren, vieljährigen Aktion aufgewendete viele Mühe und labores" in allem von den 114

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