Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 2 (Dezember 1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 113 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2416673-2416680-2416683--0448-2417167- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
endliche Bezahlung zu empfangen, und sich dann auch noch Abzüge gefallen lassen. 1636 kaufte Isak Brandeis für seinen Schwager, Salomen J. zu Prag, in Kaaden Wolle ein und legte den Betrag von 42 Schock hiefür aus. Im selben Jahre wurde er beschuldigt, von der Mutter einer der zu Brüx wegen Kirchendiebstahls hingerichteten „Malefizpersonen" Glockenmetall gekauft zu haben, und deshalb gefänglich eingezogen, aber durch seine Glaubensgenossen wieder ausgebürgt. 1630 hatte er auf der Messe zu Leipzig einem Nürnberger Kaufmanne für 82 Rchst. Safran und anderes Gewürz abgekauft und nicht bezahlt, und als er dem Kaufmann 8 Jahre später in Kaaden begegnete, alsbald „sich auf die Seite gemacht"; deshalb bevollmächtigte der Nürnberger einen Kaadner Bürger, den Juden, wenn er ihn antreffe, verhaften zu lassen und nicht wieder freizugeben, bis er die Schuld bar bezahlt. Bei dieser Gelegenheit nennt ihn das Amtsbuch den „schwarzen Juden Isak Brandeis". Bei seinem Weibe versetzte die schon oben erwähnte Soldatenfrau einen Teil ihrer Kleider gegen 7 Schock 30 Groschen pfandweise, zu deren Auslösung sie sich 8 Schock gegen Verrechnung anderweitig auslieh, als sie 1632 mit ihrem Manne „ins Kriegswesen" zog. Zwischen den Jahren 1632 und 1636 schloß er eine neue Ehe mit Egela, einer Tochter Isaks des Älteren von Bielenz und der Rachel. Diese Egela stand 1645 im Verdachte, gemeinsam mit dem Weibe des Juden Wolf Meier einen von Soldaten des schwedischen Generals Axelson geraubten kupfernen Färbkessel des Tuchmacherhandwerks gekauft zu haben und versteckt zu halten. Bei der Ausweisung der Juden aus der Stadt übernahm Isak Brandeis die Bürgschaft bezüglich aller Beträge, welche seine Glaubensgenossen der Stadtgemeinde an Schutzgeldern und anderen rechtmäßigen Abgaben noch schuldeten. Er genoß demnach großes Ansehen bei seinen Leuten und Vertrauen beim Rate. Isak Sachs, dessen Gattin Estra hieß, sprach wiederholt, entweder allein, oder mit anderen, namentlich Isak Brandeis, als Vertreter der Kaadner Judenschaft bei den Behörden vor. So z. B. t-639 am 2. Mai wegen des für die Schweden beigesteuerten Getreides. Ferner trat er am 6. Mai 1639 im Namen der gesamten Kaadner Juden an die Erben des eben verstorbenen Isak des Älteren mit der Forderung heran, daß sie nach dem geltenden Judenrecht die 113