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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 100

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 100 (sequence 14)
Language
German
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heeres in Ostgalizien im J. 1732 hörte dessen Anführer Boriko während seines Aufenthaltes in Stryj, daß der Rabbiner von Bolechow sehr reich wäre. Er verkündete darauf seiner Truppe, daß man in einigen Tagen nacn Bolechow ziehen würde, um sich des Vermögens des dortigen Rabbiners zu bemächtigen. Dies wurde R. Jakob J. Horowitz hinterbracht. Er verließ am frühen Morgen des Rüsttages zum Versöhnungsfeste die Stadt, und flüchtete reitend, da er keinen Wagen vorfand, nach dem benachbarten Dohna. Als die Kosaken in Bolechow ankamen und den Rabbiner nicht zu Hause trafen, bat der Vater des bekannten Memoiren-Verfassers Dob Ber Bolechower die Kosaken, das Haus des Rabbiners zu verschonen, weil ihre Meinung von dessen ungeheurem Reichtum auf Unwahrheit beruhe. Die Kosaken verließen auch die Stadt, ohne Schaden anzurichten.3) Im Jahre' 1735 wurde er zum Rabbiner in Brody gewählt. Da er als sehr reich galt, wurde mit ihm ausbedungen, daß er die 8000 polnischen Gulden, die dem Schloßherrn für die Zustimmung und Bestätigung der Rabbinerwahl zustanden, aus eigener Tasche ohne jegliche Beihilfe der Brodyer Gemeinde zahlen sollte, welcher Bedingung R. Jakob J. Horowitz zustimmte.2) Im J. 1743 ereignete sich ein Fall in Brody, der ihn zwang, seine Anstellung aufzugeben, die Stadt zu verlassen und noch in seinem Alter zum Wanderstabe zu greifen. Im Monat Elul des genannten Jahres erschienen zwei Zeugen vor ihm und seinem Rabbinate, und klagten die Chaja, Frau des R. Arje Löhisch Bernstein,3) der später Rabbiner in Zbaraz und am Ende seines Lebens Landesrabbiner von Galizien und Lodomerien war, des Ehebruches an. R. Jakob J. Horowitz mit seinem Beth-Din, unter ihnen der bekannte R. Jeschekel Landau, Verfasser des ,,Node Bijehuda", der damals Rabbinatsassesor in Brody war, fällten ein Urteil, daß R. Löbisch Bernstein mit seiner Frau Chaja keinen weiteren Umgang pflegen dürfe.4) Der Vater Bernsteins, der Landesparnes Isachar Berisch, der sehr großen Einfluß bei der Behörde hatte, erstattete die Anzeige gegen Rabbiner Horowitz und sein Beth-Din beim Schloß- 1) Memoiren des Dow Ber Bolechower S. 56. 2) M. G. W. J. 1910 S. 616.!) Vgl. meinen Beitrag über ihn in der Encyclopaedia Judaica IV. S. 299. 4) Nöda bi-Jehuda I Eben ha-Eser Nr. 72. 100

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