Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-12-01 · 2 (Dezember 1931) · p. Seite 101

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
2 (Dezember 1931)
Date
1931-12-01
Page
Seite 101 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416683--0436-2417155
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

herrn der Stadt. Derselbe verfügte, daß jeder, der Übles über die Frau Chaja Bernstein gesprochen habe, hundert Dukaten zu zahlen habe und im Nichteinbringungsfalle hundert Schläge als Strafe erhalten solle. R. Jakob J. Horowitz aber müsse sein Amt und die Stadt in Kürze verlassen. So mußte R. Jakob J. Horowitz trotz seines Alter umherwandern, bis er nach Deutschland kam und 1746 Rabbiner in Groß Glogau und am 21. September desselben Jahres vom Könige bestätigt wurde.1) Er starb daselbst, über 80 Jahre alt, am 1. Ijar 1755 und wurde mit großen Ehren begraben.2) Er hatte 5 Söhne, welche alle Rabbiner waren. Der bedeutendste und berühmteste unter ihnen, war R. Isaak Horowitz, geboren im J. 1715.3) Er war einer der größten und scharfsinnigsten Gelehrten seiner Zeit. Noch jung an Jahren, um das Jahr 1740, wurde er Rabbiner in Horochöw bei Brody. Im J. 1746 stand er auf der Kandidatenliste neben R. Jonathan Eibschütz, R. Dawid Straus, um als Rabbiner von Fürth gewählt zu werden. Im J. 1755, nach dem Tode seines Vaters, wurde er an dessen Stelle zum Rabbiner von Gr. Glogau ernannt. Nach verlauf von 6 Jahren wurde er nach Brody berufen, wo einst auch sein Vater Rabbiner gewesen war. Nach dem Tode des R. Jonathan Eibenschütz wurde er im J. 1765 als dessen Nachfolger zum Rabbiner der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbeck gewählt. Dort amtierte er nur 2 Jahre und starb daselbst im besten Mannesalter, im 52. Lebensjahre, am 6. Ijar 1767.4) Einer seiner Söhne, R. Eleasar Horowitz wurde im J. 1776 Rabbiner in Zalosce bei Brody, u. starb daselbst, am 9. Adar 1813."*) Sein ältester Sohn R. Löbusch Horowitz, geboren im J. 1758, war eine rabbinische Größe. Mit 23 Jahren wurde er Rabbiner in Stanislau, wo er 63 Jahre amtierte, und starb Freitag am 5. Chanukatag 1843 in Tysmenica.'') Sein jüngster Sohn R. Meschullam Issachar Horowitz, war einer der schärfsten Geister unter den Talmudgelehrten seiner Zeit, wurde im J. 1808 in Stanislau geboren, noch jung an Jahren, im J. 1828 wurde er Rabbiner in Zalosce, v/o einst sein Großvater *) Bernt. Geschichte der Juden in Gr. Glogau S. 81. -) Branns, Totenbuch. :i) Vgl. mein „Kitbe ha-Geonim,, S. 116 und Encyclopaedia Judaica VIII. 4) Duckes, Iwo le-Moschaw XIII. 5) Mein „Kithbe ha-Geon!im,, 119. *) a. a. 0. S. 82. und vgl. mein Beitrag über ihn in der Encyclopaedia Judaica VIII. 101

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.