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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-09-01 · 1 (September 1931) · p. Seite 84

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
1 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 84 (sequence 86)
Language
German
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Sik Lavoslav: Jüdische Ärzte in Jugoslawien. 1931. Gedruckt bei Eugen Sekler, Osijek. 52 Seiten und 12 Bilderbeilagen. Preis Dinar 40.— Rmk 3.—, Kc 24.—). Der bekannte Autor, von Beruf Rechtsanwalt, legt stets ein warmes Gefühl und regstes Interesse für Juden und Judentum an den Tag. In der vorliegenden Studie hat er reiches Material zur Geschichte der jüdischen Ärzte zusammengetragen. Er zeigt, daß schon in frühester Zeit Juden als Ärzte in dem Gebiete, das heute zu Jugoslawien gehört, gesucht und geschätzt waren. Von diesen ist besonders Amatus Lusitanus, geboren 1511 zu Castellbranco in Portugal, gestorben 1568 an der Pest in Saloniki, als einer der berühmtesten Ärzte seiner Zeit, ausführlich behandelt. Über Isaac Salom Effendi, den ersten europäischen Doktor der Medizin in Bosnien und den Dermatologen Dr. Leopold Glück bringt der gelehrte Verfasser interessante Nachrichten. Auch zweier in Böhmen geborenen Ärzte Dr. Siegfried K a p p e r und Dr. Ludwig August Frankl, wird nicht vergessen: Beide haben große Verdienste um die Dichtkunst der südslawischen Völker. Der einer bekannten Prager Familie entstammende Dr. Moritz Sachs in Agram wird in seiner vielseitigen Tätigkeit als Arzt und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde gewürdigt. Die beiden Ärzte, der aus Lemberg gebürtige Dr. Samuel Pops und Dr. Salomon A1 k a 1 a y, jener als Präsident der askenasischen, dieser als Haupt der sephardischen Gemeinde, haben sich nicht nur durch ihre berufliche Wirksamkeit, sondern auch in Hinsicht auf Betätigung als Juden große Verdienste erworben. Wir hoffen, daß das umfangreiche Werk „Geschichte der Juden in Jugoslawien", welches der Verfasser vorbereitet, recht viel zur Freude und Belehrung aller bringen werde. R. K. Rosenmann, Dr. M.: Dr. Adolf Jellinek. Sein Leben und Schaffen. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde Wien in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Wien 1031. Verlag Josef Schlesinger. 232 Seiten mit einem Bilde und zwei Beilagen. Über die interessante Persönlichkeit des großen Predigers Adolf Jellinek, eines Sohnes des mährischen Landes, haben wir durch die Arbeit des gelehrten Verfassers nun ein eingehendes Werk erhalten. Man kann vor allem den Fleiß und die Ausdauer des Autors nicht genug bewundern, der nötig war, dieses Buch zu schreiben und diese sicher bedingungslos erforderlichen Voraussetzungen mußten von einer großen Liebe zur Sache getragen sein, wie sie vielleicht nur Rosenmann aufbringen konnte, der, selbst Rabbiner in Wien, in sich alle Eigenschaften vereinigt, ohne welche ein so gründliches Werk gar nicht denkbar ist. So können wir das Leben Jellineks von der Geburt bis zum Tode verfolgen und sehen, wie groß die Geistesgaben waren, welche dieser Meister des Wortes besaß. Der Werdegang Jellineks enthält viel des Lehrreichen für die Geschichte der Wiener Gemeinde und für die jüdische Geschichte überhaupt, die Persönlichkeit ist eingehend gezeichnet. Ein wertvolles Quellenverzeichnis, eine große Anzahl von Auszügen aus zeitgenössischen Werken nebst Äusserungen 84

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