Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 85 (sequence 87)
- Language
- German
- Belongs to
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j&ur Illustration von Jellineks Zügen, sowie eine Bibliographie und ein ausführliches Register vervollständigen das Werk. Man kann den Autor zu diesem neuen Beweise seiner schriftstellerischen Tätigkeit herzlichst beglückwünschen. Dem Werke sei weiteste Verbreitung gegönnt und dem Verfasser der Lohn, der in der Genugtuung liegt, einen unentbehrlichen Führer geschaffen zu haben. R. K. Zwei Monographien von Dr. Heinrich Flesch, Kanitz. Von dem unermüdlichen Forscher aus Mährens jüdischer Geschichte liegen zwei Abhandlungen vor, Sonderabdrücke aus dem Jahrbuche der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft in Frankfurt a. M. Die eine behandelt die „Geschichte der mähr, »heiligen Vereine« (Chewra Kadischa)" , die andere „das Neu- Raussnitzer Steuerbuch'\ In der ersten Broschüre wird die Entstehung dieser Vereine in Mähren geschildert, und werden es von mehreren, dem Verfasser vorliegenden Statuten mährischer Bee^digungsvereine die ältesten, nämlich die Statuten der Chewra Kadischa von Boskowitz, der Öffentlichkeit übergeben, weil die auch sonst von Interesse sind. Der Verfasser hat die in hebräischer Sprache abgefaßten Statuten übersetzt, und mit den notwendigen Erklärungen und Ergänzungen, wie auch mit Literaturnachweisen versehen. Das Chewra-Buch der Gemeinde Boskowitz enthält nebst den Tekanot aus dem Jahre 1657 die Beschlüsse des Vereines, Neuaufnahme von Mitgliedern, Wahl der Gabbaim und deren Stellvertreter bis zum Jahre 1868. Es ist aber auch Totenprotokoll für die Jahre 1709—1735, berichtet über den Ankauf von Thoraparamenten, Begräbnisplätzen usw., und bildet bei dem Mangel an anderen Urkunden und historischen Nachrichten eine wichtige Quelle für die Geschichte der Boskowitzer Judengemeinde. Die Broschüre befaßt sich ferner mit der Auflösung der Totenbruderschaften, welche besonders zufolge mehrerer Dekrete aus der ersten Hälfte der vorigen Jahrhundertes erfolgte. Der Erfolg war der, daß die Beerdigungsbrüderschaften ihren eigentlichen Charakter eingebüßt, ja in vielen Gemeinden gänzlich aufgehört haben oder als Sektion ein bloßes Scheindasein führten. Die zweite von Flesch behandelte Arbeit betrifft das Neu-Raußnitzer Steuerbuch aus dem Jahre 1808, welches nicht nur in die Geschäftsgebarung einer größeren ländlichen Judengemeinde Einblick gewährt, sondern auch nach mehrfacher Beziehung Bedeutung für die Volkskunde besitzt. Insbesondere erfahren wir hieraus, wie die jüdischen Familiennamen gebildet wurden, als die Juden in den Jahren 1782/83 genötigt wurden, unveränderliche Familiennamen anzunehmen. Dr. Theodor Haas. „Von der Holbeinbibel zur Amsterdamer Haggadah", lautet die Überschrift eines sehr lehrreichen Aufsatzes, den Rahel Wischnitzer in dem soeben erschienenen Heft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums veröffentlicht. Sie zeigt, daß die Übereinstimmungen älterer Haggadahbilder mit Holbeins Bildern zur Bibel auf die Benutzung christlicher Mittelquellen zurückgehen; insbesondere hat die Kunst M. Merians 85