Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 81 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücher- und Zeitschriften. Die letzte Gabe Michael Holzmaiuis. Ein kleines Bändchen, Die letzte Gäbe Michael Holzimanns, des unermüdlichen Forschers und Suchers, ein Werk der fröhlichen Muse, der auch, der sonst verbitterte, gute Mensch nicht abhold war. Er trägt den modern anmutenden Titel X. Y. Z. und entpuppt sich als ein satirisch literarisches Taschenbuch für 1848, für eine Zeit also, die durch das sogenannte „Junge Deutschland" charakterisiert ist. Holzmann, der als Börneforscher die Zeit jener Wirren, des sprühenden Geistes und der unbarmheirzigen Satire kannte, hat das Werk eines „Unbei^^ten1' herausgegeben, der zu seiner Zeit allerdings recht berühmt war — es ist Otto Bernhard Friedimiann, der aus Althart in Mähren stammend, ein abenteuerliches Leben in Leipzig, Hjamburg und zuletzt nach Verbüßung einer Kerkerstrafe, die er sich durch seine politische Tätigkeit zugezogen hatte, in Wien führte. Die Satire bietet nur dem Literaturkundigen eine unerschöpfliche Quelle des feinsten Humors, insbes. die Vorlesungen über deutsche Literatur mit ihren verballhornten Namen wie Fettina für Bettina,, Freilichtgrad für Freiligrat, Hinweg für Herweg, Gallersleben für Fallersleben, Trutzkonpf für Gutzkow, dessen „Gabriel Ukost)a.iy d, i. Uriel Akosta stark verulkt wird, ferner Urbach für Ansbach, diessen „Dorfgeschichten'' verspottet werden, und Lobe für Lauibe, dessen „Karlsschüler,, sich eine launige Kritik gefallen müssen. Originelle Karrikatuiren erhöhen noch den Wert des für Sammelliebhaber und Literaturfreunde kostbaren Werkchens, für dessen Herausgebe noch dem toten Freunde herzlicher Dank gezollt sei. J. L. Roman Gul, Boris Sawinkow, der Roman eines Terroristen, Verlag Paul Zsolnay, Berlin. Boris Sawinkow greift in die Geschichte unmittelbar ein. Er war im Jahre 1917 Kriegsminister im Kabinett Kerensiki. Nach der Revolution wird er ein erbitterter Gegner der Bolschewiken und organisiert gegen sie die ,,grüne Armee''. 1924 wird er verhaftet, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Doch wird djann die Todesstrafe in lebenslängliche Kerkerhaft verwandelt, Sawinkow in Moskau interniert, wo er Selbstmord durch Fenstersturz beging. Der Roman führt alle bekannten Persönlichkeiten des zaristischen und revolutionären Rußland vor und ist ein wichtiges historisches Dokument für die temoristischen Elämpfe der letzten Vergangenheit. Leonid Leonow, Aufbau, Roman aus Sowjetrußland, Paul Zsolnay Verlag- Leonid Leonow liegt in der Fortsetzung der großen russischen Meister Dostojewski, Turgeniew, Gogol. Am meisten erinnert er in seiner verträumten Versonnenheit der russischen Seele an Turgeniew. Aber die gewaltig pochende Hoffnungskraft des neuen russischen Menschen kommt bei dem 81